DAX zwischen Trendstärke und Brexit-Unruhen

Chartanalyse des Deutschen Aktienindex

 

Der Dienstag war bereits am Morgen in Vorfreude auf das Jahreshoch recht stabil gestartet. Doch diese Stärke konnte nicht ausgebaut werden. Was war im Detail passiert und wie ordnen wir die neue Brexit-Unruhe vom Abend ein?


DAX schaffte kein neues Jahreshoch


Blicken wir zunächst auf den DAX-Verlauf vom Dienstag. Im ersten Anlauf hielt der Trigger 12.780/12.790 den Bären stand und führte im DAX zu einem schnellen GAP-close auf Basis der XETRA-Notierungen.

Davon erholte sich der Index zum Mittag wieder und unternahm einen neuen Anlauf in Richtung der Jahreshochs. Auch dieser Versuch scheiterte. So schloss der DAX zwar zum Handelsende im Gewinn, hat jedoch zwei große Chancen auf der Oberseite vertan. Die Distanz zum Jahreshoch sehen Sie in folgendem Chartbild 1:


DAX Abstand Jahreshoch
DAX Abstand Jahreshoch


Im Schaubild 2 sehen Sie auf einen Blick zudem die Handelsspanne in den XETRA-Handelszeiten mit der entsprechenden Bewegung vom Dienstag:



Da hier beide vorbörslich skizzierten Trigger von gestern angetestet aber nicht nachhaltig gebrochen werden konnten, war der Handelstag für Swingtrader entsprechend unspektakulär. Kurzfristig waren die 12.780 auf der Oberseite und die 12.740 auf der Unterseite jedoch spannende Trading-Ideen.

Als Überblick sehen Sie hier die Tagesmarken im Detail:

Eröffnung12.757,73PKT
Tageshoch12.791,31PKT
Tagestief12.730,70PKT

Auf diese „Unterseite“ könnte der DAX sich zumindest am Morgen erneut fixieren. Hierbei liegt unter diesem Punkt, respektive unter den Tagestiefs von Dienstag bei 12.730 Punkten ein Abwärtspotenzial bis 12.680/90 Punkte vor. Beide Marken sind erst einmal als Unterstützungen zu werten:


XETRA-Unterstützungen aus DAX-Chart
XETRA-Unterstützungen aus DAX-Chart


Noch tiefer würden dann die 12.650 und 12.600 als Marken vom Freitag entsprechend ins Visier rücken. Dies könnte schnell geschehen, denn vor Handelsschluss an der Wall Street gab es eine Überraschung im Brexit-Poker.

Das Unterhaus hat den Plänen von Boris Johnson nicht zugestimmt und damit die anvisierte Einigung mit der EU noch einmal in Frage gestellt. Darauf reagierte der DAX nachbörslich mit Kursverlusten, die Sie in folgendem Chartbild des Endloskontraktes sehen:

DAX nachbörsliche Brexit-Interpretation
DAX nachbörsliche Brexit-Interpretation

War diese Reaktion überzogen?

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Vorbörse nach der Brexit-Überraschung


Das NEIN im britischen Unterhaus kann als Überraschung bezeichnet werden. Zumindest hatten die Aktienmärkte hier nicht mehr mit großem Gegenwind gerechnet und waren entsprechend überrascht. Was blieb davon in der Vorbörse übrig?

Die gute Nachricht für die Bullen ist, dass wir uns von den Nacht-Tiefs wieder erholen konnten und kurz nach 8.00 Uhr bereits an der oberen Spanne des Nachthandels notieren.

Die schlechte Nachricht ist das entstandene GAP, welches von XETRA-Schluss gestern zum aktuellen Kurs rund 50 Punkte beträgt. Wir nennen dies spontan nur „Brexit-GAP“ und sehen hier eine Chance auf der Oberseite bei Entspannung der Lage in den Medien:


GAP für Mittwoch im DAX
GAP für Mittwoch im DAX


Notieren wir erneut über 12.750 hat der Index gute Chancen, seine Bewegung von gestern in Richtung Jahreshoch erneut aufzunehmen.


Diskutieren Sie dies im Trading-Chat mit uns


Skeptischer sollte man erst bei der Unterschreitung der eingangs gezeigten 12.680 und 12.650 als Verfalls-Marke vom Freitag werden. Dann drohen entsprechende Abgaben bis 12.600 und darunter, wie gestern im großen Chartbild bereits dargestellt, ein Test der 12.500. Beide großen Unterstützungen sehen Sie noch einmal hier:


Große Unterstützungen im DAX-Stundenchart
Große Unterstützungen im DAX-Stundenchart


Zu beachten sind heute folgende Termine.

Um 13.00 Uhr ist aus den USA mit den Hypothekenanträgen zu rechnen und 15.00 Uhr wird der US-Immobilienpreisindex veröffentlicht.

Das EU-Verbrauchervertrauen um 16.00 Uhr und die US-Erdöl-Lagerbestände um 16.30 Uhr runden die Daten aus dem Wirtschaftskalender ab.

Weitere Impulse geben die Unternehmen selbst vor, da wir uns mitten in der Quartalssaison befinden und heute unter anderem die US-Unternehmen Caterpillar als weltgrößte Hersteller von Baumaschinen und Microsoft im Fokus stehen.

Gerne begleiten wir Sie durch den Handelstag,

Ihr Christian Schürholz von Daytrading-Live.de

Christian Schürholz
Über Christian Schürholz 44 Artikel
Seit 20 Jahren ist Christian Schürholz aktiv an der Börse. Von Aktien, über Zertifikaten zu CFDs und Forex hat er schon (fast) alles gehandelt, sowohl auf Basis fundamentaler und technischer Analyse. Durch seine langjährige Erfahrungen im Brokeragegeschäft ist ihm auch die institutionelle Seite bestens bekannt.

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