DAX zeigt Selbstbewusstsein: Chartanalyse für die KW11

 

Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger sich nach der Erholung der vergangenen Tage am Freitag zurückgehalten. Die Entspannung im Atomstreit zwischen den USA und Nordkorea reichte nicht aus, um den DAX nachhaltig über den Widerstand um die 12400 Punkte zu hieven. Auch gute Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt konnten das deutsche Börsenbarometer dazu nicht motivieren. In diesem Bereich waren Investoren bereits am Donnerstag zurückhaltend. Damit schloß der Index am Freitag mit einem kleinen Minus von 0,07 Prozent bei einem Stand von 12.346,68 Punkten. Auf Wochensicht muss man jedoch anmerken: Der DAX zeigt Selbstbewusstsein und stieg um rund dreieinhalb Prozent! Wie kann es weitergehen?

 

DAX zeigt Selbstbewusstsein zum Wochenausklang

Auch wenn der DAX im Vergleich zum Vortag mit einem kleinen Minus von knapp 9 Punkten aus dem Handel ging, kann man dem Index durchaus Selbstbewusstsein attestieren. Immerhin gelang es dem deutschen Leitindex, die vom US-Präsident Trump beschlossenen Strafzölle auf Stahl und Aluminium weitgehend zu ignorieren. Der Handel am Freitag war zunächst von nachgebenden Notierungen und einem Test der Unterstützung bei 12.280 Punkten geprägt. Das änderte sich am Nachmittag mit der Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten. An der seit dem vergangenen Montag bestehenden Aufwärts-Trendlinie hangelte der DAX sich weiter nach oben. Dabei wurde ein neues Wochenhoch generiert. In weiteren Verlauf konnten das Hoch nicht gehalten werden. Gewinnmitnahmen zum Ausklang einer erfolgreichen Handelswoche mögen dafür mit verantwortlich sein. Insgesamt kann man aber von einem DAX mit Selbstbewusstsein sprechen. Immerhin hielt die Aufwärts-Trendlinie dem Kursrückgang stand. In Sachen steigender 1-2-3-Formationen präsentierte sich der DAX wie aus dem Lehrbuch. Am Freitag bildete der Index die fünfte steigende 1-2-3-Formation in Folge. An den jeweiligen Punkt 2 wurde „fachgerecht“ korrigiert und im weiteren Verlauf ging es an zwei Handelstagen dann auch wieder zügig weiter nach oben. Für die in meinem Ausblick zum Freitag genannten Ziele bzgl. eines steigenden Marktes fehlte dem DAX zum Wochenschluss dann die Kraft.

Rückblickend der Handel am Freitag im 15-Minutenchart:

DAX an der Aufwärts-Trendlinie im 15-Minutenchart am Freitag
DAX zeigt Selbstbewusstsein an der Aufwärts-Trendlinie im 15-Minutenchart

 

DAX-Ausblick zum Wochenauftakt

Die vergangene positive Handelswoche könnte zum Wochenauftakt ihre Fortsetzung finden. Im 15-Minutenchart entstand eine weitere steigende 1-2-3-Formation, welche im Stundenchart allerdings noch auf ihre Bestätigung wartet. Der Freitag zeigte sich aber trotz neuem Wochenhoch kaum verändert. Daher hat sich im Vergleich zum für den Freitag erstellten Ausblick kaum etwas geändert. Aus diesem Grund kopiere ich dies noch einmal ein:

„Steigende Kurse wären bei einem Durchbruch durch  Widerstand bei 12.375 Punkten in ein Thema. Ein erstes mögliches Ziel wäre das Tageshoch vom Freitag.  Auch liegt in diesem Bereich der Punkt 2 der oberen  steigenden 1-2-3-Formation. Mögliche Ziele wären die Widerstände bei 12.450 Punkten und 12.500 Punkten.

Sollte sich der Widerstand bei 12.375 Punkten als stabil erweisen, könnte der deutsche Leitindex zur Unterstützung bei 12.280 Punkten zurückkehren. Bei einem Bruch dieser Marke wäre die  Abwärts-Trendlinie des bisherigen übergeordneten Abwärtstrends ein mögliches Ziel. Ein Durchbruch durch dies Linie könnte eine Dynamik in Richtung der Unterstützung bei 12.200 Punkten entfalten. Das darunter liegende Tagestief vom Donnerstag wäre ein weiteres Ziel. Sollte das Donnerstagstief nicht gehalten werden, läge ein mögliches Potenzial mit Blick auf die Unterstützung bei 12.000 Punkten vor.“

 

Kein Wunder, denn der Freitag hatte eine recht enge Handelsspanne und endete fast unverändert. Mein Ausblick für den Montag im Stundenchart lautet somit:

DAX zum Wochenauftakt Trendlinien im Stundenchart
DAX zum Wochenauftakt mit Widerständen und Unterstützungen im Stundenchart

 

Kurzer erweiterter Ausblick zu den News

Ein Blick in den Tageschart macht deutlich, welche Hürden der DAX auf dem Weg zu den Notierungen vom Jahresanfang noch nehmen muss. Der Kollege Bernecker1977 hat ebenfalls den Widerstandsbereich von 12.400 / 12.500 Punkten in seinem Beitrag ausführlich analysiert. Zudem muss auf die Meldung der DAX-Unternehmen E.ON und RWE bezüglich der Tochter innogy SE geachtet werden, denn hier kündigt sich eine Milliardenübernahme an. Auch darüber wurde heute bereits berichtet.

 

Der Bereich um diese DAX-Marken stellt daher ein durchaus beachtliches Hindernis auf dem Weg zur Widerstandsmarke bei 12.850 Punkten dar. Wie der Stundenchart zeigt, war dieser Bereich im November/Dezember 2017 eine stabile Untertützung. Erst wenn der DAX sich per Tagesschluss oberhalb dieser Marke halten kann, könnte man den Blick wieder in Richtung des Allzeithochs richten. Für eine bessere Übersicht habe ich auf eine Markierung der fallenden 1-2-3-Formation verzichtet. Ich denke, diese ist im Tageschart leicht zu erkennen.

Der Ausblick im DAX im Tageschart:

DAX im Tageschart mit Blick zum Allzeithoch
DAX im Tageschart mit Widerstand bei 12.850 Punkten und Blick zum Allzeithoch

 

Ob der DAX zum Auftakt der neuen Woche weitere steigende 1-2-3-Formationen entstehen lässt, werden wir gleich sehen. Wenn Sie weitere Analysen zum Deutschen Leitindex lesen möchten, klicken Sie doch direkt auf den Verweis DAX unter der Überschrift oder hier.

 

Einen erfolgreichen Start in die neue Woche wünsche ich Ihnen nun und melde mich gerne am Abend zurück.

Ihr Gunnar Schlegelmilch

Gunnar Schlegelmilch
Über Gunnar Schlegelmilch 73 Artikel
Bereits zur Jahrtausendwende beschäftigte sich Gunnar Schlegelmilch mit der Finanzbranche und legte mit einer erfolgreichen Fonds-Diversifikation den Grundstein für späteres Stock-Picking. Seit 2015 handelt er zudem mit Hebelinstrumenten den DAX und stellt seine Erfahrungen gerne allen interessierten (Neu-)Börsianern zur Verfügung.

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