DAX unter Druck: Chartanalyse für den 25.04.2018

DAX unter Druck
DAX unter Druck
 

Steigende Zinsen in den USA haben am Dienstag den DAX unter Druck gesetzt. Als am Nachmittag die Rendite der wegweisenden zehnjährigen US-Papiere erstmals seit mehr über vier Jahren über 3 Prozent kletterte, stieg an  Aktienmärkten der Abgabedruck. Der DAX gab um 0,17 Prozent auf 12.550,82 Punkte nach. Er konnte sich damit erneut nicht über der Marke von 12.600 Punkten behaupten.

Das Ganze erinnert an Anfang Februar, als Hinweise auf eine Lohninflation in den USA die Aktienbörsen in die Knie gezwungen hatten. Bei steigenden Anleihezinsen können Aktien im Vergleich zu Bonds an Attraktivität verlieren. Weiterhin können steigende Zinsen an den Kapitalmärkten die Refinanzierung der Unternehmen verteuern. Die Profitabilität der Unternehmen könnte dadurch belastet werden. Der im April unerwartet stark gesunkene ifo-Index setzte den ebenfalls DAX unter Druck.

 

DAX unter Druck am Dienstag

Der DAX startete motiviert in den Dienstag. Bereits reichlich eine Stunde nach Handelsbeginn wurde das Tageshoch  bei 12.647 Punkten erreicht. Damit wurde zumindest ein Ziel aus meiner letzten Analyse bzgl. eines steigenden Marktes knapp erreicht. Ein unerwartet stark gesunkener ifo-Index setzte kurz nach 10.00 Uhr dann den DAX unter Druck. Der Index fiel im Xetra-Handel bis unter die Unterstützung bei 12.500 Punkten. Den Handel beendete der deutsche Leitindex dann aber oberhalb dieser Marke. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass US-Präsident Trump gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen mit Aussagen bzgl. eines verschärften Kurses gegenüber dem Iran die Börsen zusätzlich unter Druck setzte. Im nachbörslichen Handel gab der DAX zeitweise bis zur Unterstützung bei 12.375 Punkten nach.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass ich meine Analysen stets mit dem Blick auf den Xetra-Handel erstelle.

Rückblick auf den Handel am Dienstag im 15-Minutenchart:

DAX mit Blick auf die Unterstützungen unterhalb der 12.500 Punkte-Marke im 15-Minutenchart
DAX mit Abgabedruck am Dienstag im 15-Minutenchart

 

Trading-Chancen für den Mittwoch

Trotz eines vergleichsweise geringen Tagesverlustes am Dienstag steht der DAX unter Druck. Ein schwacher ifo-Index sowie erneut aufkeimende Zinsängste an der Wall Street sorgten für Abgabedruck. Aussagen von US-Präsident Trump und von seinem französischen Amtskollegen bzgl. der künftigen Politik gegenüber dem Iran sorgten für zusätzliche Verunsicherung an den Märkten. Die Vorgaben für den Mittwoch sind also eher negativ zu bewerten.

Ausblick für einen steigenden Markt

Eine stabile Eröffnung oberhalb der Unterstützung bei 12.500 Punkten könnte für vorsichtigen Optimismus sorgen. In diesem Fall steht möglicherweise zunächst einmal die Rückeroberung der Tageshochs vom vergangenen Donnerstag, Freitag und Montag auf der Agenda. Darüber hinaus könnte sich der DAX in Richtung des Tageshochs vom Dienstag sowie des knapp darüber liegenden Widerstandes bei 12.650 Punkten bewegen. Angesichts der eher negativen Vorgaben der Wall Street sollte die Erholung allerdings dynamisch von statten gehen.

Ausblick für einen fallenden Markt

Ein Bruch der Unterstützung bei 12.500 Punkten bzw. eine Eröffnung unterhalb der genannten Marke könnte den Abgabedruck erhöhen. Das Tagestief vom Dienstag (= Punkt 2 der bisher noch unbestätigten fallenden 1-2-3-Formation) sowie die nahe liegende Unterstützung bei 12.450 Punkten wären  mögliche Ziele. Darunter fällt dann der Blick zur Unterstützung bei 12.375 Punkten.

Die Fake-Konsolidierung im Euro schafft Trading-Chance

Bei entsprechender Abwärtsdynamik lägen weitere mögliche Ziele bei den Unterstützungen bei 12.280 Punkten sowie bei 12.200 Punkten. Sollte sich dieser Bereich als instabil erweisen, kämen der Bereich bei 12.100 Punkten sowie die runde Marke bei 12.000 Punkten in Sichtweite.

Einstiege und Ziele für den Handel zur Wochenmitte finde ich für einen steigenden wie auch für einen fallenden Markt im Stundenchart:

DAX mit dem Blick nach unten im Stundenchart
DAX vor dem Bruch der unteren steigenden Trendlinie im Stundenchart

 

 

Ein schwacher ifo-Index sowie eine nachgiebige Wall Street sind die eher schwachen Vorgaben für den DAX zur Wochenmitte. Ob sich der deutsche Leitindex diesen Vorgaben entziehen kann, werden die kommenden Stunden zeigen. Der momentan vergleichsweise moderate Euro könnte da unterstützend zu Hilfe kommen.

Wie immer wünsche ich allen Tradern eine ruhige Hand sowie viel Erfolg beim Handeln.

Ihr Gunnar Schlegelmilch

Gunnar Schlegelmilch
Über Gunnar Schlegelmilch 105 Artikel
Bereits zur Jahrtausendwende beschäftigte sich Gunnar Schlegelmilch mit der Finanzbranche und legte mit einer erfolgreichen Fonds-Diversifikation den Grundstein für späteres Stock-Picking. Seit 2015 handelt er zudem mit Hebelinstrumenten den DAX und stellt seine Erfahrungen gerne allen interessierten (Neu-)Börsianern zur Verfügung.

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