DAX lässt kräftig Federn: Chartanalyse zum Freitag 23.03.2018

 

Der DAX lässt kräftig Federn trotz der Aussicht auf ein Aussetzen der angekündigten US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 12.100,08 Punkten berechnet. Das bedeutet ein Minus in Höhe von 1,70 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nachdem gegen 15:30 Uhr deutscher Zeit der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer bei einer Anhörung im US-Senat die Ausnahme für Europa, Kanada, Mexiko, Australien, Brasilien, Argentinien und Südkorea bestätigt hatte, ging es mit dem deutschen Börsenbarometer sogar noch weiter nach unten.

Die mit Abstand größten Abschläge gab es bei den Finanztiteln. Auf dem Parkett wurde die Schwäche der Finanztitel damit begründet, dass die FED das Tempo der Zinserhöhungen beibehalten könnte. Das wäre für die Banken zu langsam. Als ob das der Kollege deepinsidehps geahnt hätte, gab es am Morgen einen kritischen Artikel zur Entwicklung der Deutschen Bank Aktie. Insgesamt leidet die Bankenbranche weiterhin unter den niedrigen Zinsen. Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Donnerstagnachmittag leichter. Ein Euro kostete 1,2304 US-Dollar (-0,31 Prozent). Zusätzlicher Abgabedruck kam am Nachmittag von der schwachen Wall Street.

 

DAX lässt kräftig Federn am Donnerstag

Nun ist als also passiert: Der Dax lässt kräftig Federn und hat die Range, in welcher er sich seit dem 08.03.2018 befand, nach unten verlassen. Sicherlich wäre vielen Tradern ein Ausbruch aus der bisherigen Range noch oben lieber gewesen. Letztendlich aber sollte dem Daytrader, welcher seine Handelsentscheidungen nach den Grundlagen der Markttechnik trifft, die Richtung des Ausbruchs egal sein. Dabei war der Handelsstart trotz einer Eröffnung unterhalb der Marke von 12.200 Punkten positiv. Zügig macht sich der Index mit kräftigen Kurszuwächsen daran, das  Eröffnungs-GAP zu schliessen. Genau dabei wurden vermutlich etliche Trader auf dem falschen Fuß erwischt: Noch bevor die Marke bei 12.280 Punkten erreicht wurde, überlegte es sich der DAX  anders. Was folgte, war nach der ersten Handelsstunde ein erhöhter Abgabedruck für den Rest des Tages.

Der Bärenmarkt am Donnerstag bestätigte die meisten der in meiner Analyse zum Donnerstag genannten Ziele:

Sollten die Notierungen für den DAX unter das Tagestief vom Dienstag fallen, wäre die untere Rangebegrenzung bei 12.200 Punkten ein erstes Ziel. Ein Bruch der unteren Rangebegrenzung bei 12.200 Punkten bzw. der knapp darunter liegenden Tagestiefs vom Montag und Dienstag würde den Abwärtsdruck wieder verstärken. Mögliche Ziele wären dann die Bereiche bei 12.100 Punkten und bei der Unterstützung von 12.000 Punkten. Ein dynamischer Bruch der runden Marke von 12.000 Punkten würde den Blick in Richtung des Tiefs vom vergangenen August, welches im Bereich von 11.875 Punkten liegt,  lenken.

Die im Zitat fett markierten Marken konnten wärend des Handels am Donnerstag erreicht werden.

Rückblickend der Bärenmarkt am Donnerstag im 15-Minutenchart:

DAX mit Bruch der bisherigen steigenden Trendlinie sowie der unteren Rangebegrenzung im 15-Minutenchart am Donnerstag
DAX mit Bruch der bisherigen steigenden Trendlinie sowie der unteren Rangebegrenzung im 15-Minutenchart

 

Erwartungen an den Handel am Freitag

Nach dem Bruch der unteren Begrenzung der bisherigen Range steht die Frage im Raum, ob der DAX zum Wochenausklang zu weiteren Abgaben neigt. Mittels einer wenigstens teilweisen Korrektur der Abwärtsbewegung vom Donnerstag könnte die aktuelle Handelswoche  einigermaßen versöhnlich enden. Im nachbörslichen Handel lagen die Notierungen allerdings unterhalb der Unterstützung von 12.00 Punkten.

Ausblick für einen nach oben korrigierenden Markt

Für den Fall, das der DAX die Marke von 12.000 Punkten durchbricht bzw. über dieser eröffnet, läge zunächst der Bereich von 12.100 Punkten im Blickfeld. Darüber wäre dann die Begrenzung der bisherigen Range bei 12.200 Punkten ein weiteres Ziel. Zum Erreichen dieser beiden Ziele sollte der deutsche Leitindex allerdings mittels ordentlicher Dynamik Stärke zeigen. Oberhalb dieser Bereiche liegt mit dem Widerstand bei 12.280 Punkten eine weitere Zielmarke. Die Vorgaben der Wall Street sind allerings eher negativ und damit für eine weitreichende Erholung des Index nicht förderlich.

Ausblick für einen bärischen Markt

Der Bruch der Unterstützung bei 12.000 Punkten bzw. eine Eröffnung unterhalb dieser Marke würde den Abgabedruck weiter aufrecht erhalten. Bei dieser Konstellation käme ja auch noch der Bruch des Tagestiefs vom Donnerstag hinzu. Ein an diesem Tagestief liegender Punkt 2 einer möglicherweise entstehenden fallenden 1-2-3-Formation im Stundenchart ist noch nicht bestätigt. Daher habe diesen Punkt 2 mit einem Fragezeichen versehen. Um diesen Punkt 2 zu bestätigen, muss zunächst korrigieren, d.h.steigen. Durch eine entsprechende Korrektur würde auch der Punkt 3 gebildet werden und damit die 1-2-3-Formation bestätigt werden. Mögliche Ziele beim Bruch der genannten Marken wären dann das Augusttief vom vergangenen Jahr bei 11.875 Punkten sowie das Tagestief vom 05.03.2018 bei 11.800 Punkten.

Einstiegspunkte, dei meiner Orientierung dienen, sowie mögliche Ziele finde ich im Stundenchart:

DAX mit neuen Zielbereichen sowie fallender (fallenden) 1-2-3-Formationen im Stundenchart
DAX mit neuen Zielbereichen sowie fallender (fallenden) 1-2-3-Formationen im Stundenchart

 

Was folgt also am Freitag: Weiterer Abgabedruck oder Erholung? Diese Frage wird uns zum Ausklang der Woche beschäftigen. Und natürlich ein weiterer IPO – die Deutsche Bank Tochter DWS notiert ab morgen an der Börse. Zum DWS IPO finden Sie alle Informationen an dieser Stelle vor. In einigen Stunden werden wir zu beiden Themen mehr wissen.

Wie immer an dieser Stelle wünsche ich Ihnen eine ruhige Hand und erfolgreiche Trades.

Ihr Gunnar Schlegelmilch

Gunnar Schlegelmilch
Über Gunnar Schlegelmilch 74 Artikel
Bereits zur Jahrtausendwende beschäftigte sich Gunnar Schlegelmilch mit der Finanzbranche und legte mit einer erfolgreichen Fonds-Diversifikation den Grundstein für späteres Stock-Picking. Seit 2015 handelt er zudem mit Hebelinstrumenten den DAX und stellt seine Erfahrungen gerne allen interessierten (Neu-)Börsianern zur Verfügung.

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