DAX auf Talfahrt: Chartanalyse zum Wochenauftakt

 

Zum Wochenausklang ging der DAX auf Talfahrt. Per Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit einem Stand von 11.886,31 Punkten berechnet. Das entspricht einem Minus von 1,77 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nachdem der Dow am Nachmittag im Plus gestartet war, erholte sich auch der DAX zwischenzeitlich. Später fiel der Index wieder auf das vorherige Niveau zurück. Der Wochenverlust beläuft sich damit auf mehr als 4 Prozent. Sorgen machten den Anlegern die milliardenschweren Strafzölle der USA gegen Waren aus China sowie die unberechenbaren weiteren Entscheidungen von US-Präsident Trump. Wie könnte sich dies in der neuen Woche im Chartbild widerspiegeln?

 

Zum Wochenausklang befand sich der DAX auf Talfahrt

Eigentlich befand sich schon ab Donnerstag der DAX auf Talfahrt. Diese setzte sich am Freitag lediglich fort. Schon zur Eröffnung lag der Index unterhalb des Vortagestiefs sowie der Unterstützung bei 12.000 Punkten. Dies war nicht nur eine psychologische Marke, wie ich in meiner Analyse zum Wochenausklang Donnerstagabend schrieb:

Der Bruch der Unterstützung bei 12.000 Punkten bzw. eine Eröffnung unterhalb dieser Marke würde den Abgabedruck weiter aufrecht erhalten. Bei dieser Konstellation käme ja auch noch der Bruch des Tagestiefs vom Donnerstag hinzu. Ein an diesem Tagestief liegender Punkt 2 einer möglicherweise entstehenden fallenden 1-2-3-Formation im Stundenchart ist noch nicht bestätigt. Daher habe diesen Punkt 2 mit einem Fragezeichen versehen. Um diesen Punkt 2 zu bestätigen, muss zunächst korrigieren, d.h.steigen. Durch eine entsprechende Korrektur würde auch der Punkt 3 gebildet werden und damit die 1-2-3-Formation bestätigt werden. Mögliche Ziele beim Bruch der genannten Marken wären dann das Augusttief vom vergangenen Jahr bei 11.875 Punkten sowie das Tagestief vom 05.03.2018 bei 11.800 Punkten.

Die in der Analyse genannten Ziele wurden weitestgehend erreicht. Das Tagestief vom 05.03.2018 wurde zwar um wenige Punkte verfehlt, dennoch ist die Schwäche im DAX unverkennbar. Nicht bestätigt hat sich die im Entstehen begriffene 1-2-3-Formation. Da die zur Bestätigung dieser Formation notwendige Korrektur ausblieb, gab es auch keine neue 1-2-3-Formation. Eben so wenig hatte die neue steigende Trendlinie Bestand.

Rückblickend sehen Sie hier im 15-Minutenchart die Talfahrt des DAX am Freitag:

DAX unterhalb der Marke von 12.000 Punkten im Abgabemodus im 15-Minutenchart
DAX am Freitag unterhalb der Marke von 12.000 Punkten im Abgabemodus im 15-Minutenchart

 

Kein Wunder, wenn ein drohender Handelskrieg hier zwischen China und den USA ausbrechen sollte. Dieser liegt nun in der Luft, wie man aus der Presse entnehmen konnte. Eine Reaktion aus China war nur eine Frage der Zeit. In der FAZ ist aktuell vermerkt, welche Strafzölle hierbei im Gespräch sind.

 

Mein Fazit nach dieser schwachen Handelswoche

Die abgelaufenen Handelswoche präsentierte sich vom Montag an bis zur Wochenmitte wenig aufregend.  Zwischen 12.200 Punkten und 12.375 Punkten pendelte der Index relativ impulslos. Ein Grund für den zurückhaltenden Handel bis zum Mittwoch war die anstehende Entscheidung der amerikanischen FED (erfahren Sie hier mehr) bzgl. einer weiteren Zinsanhebung. Auch der Ausblick auf weitere Zinsschritte stand im Fokus der Marktteilnehmer. Rangetrader hatten daran sicherlich ihre helle Freude.

Ab dem Donnerstag ging schliesslich der DAX auf Talfahrt. Diese setzte sich am Freitag fort. Vor allem die seitens der USA angedrohten Strafzölle auf chinesische Produkte sorgten für einen hohen Abgabedruck. Denn China gilt als Motor der Weltwirtschaft. Entsprechend negativ könnten sich die angedrohten Zölle auch auf Regionen außerhalb Chinas auswirken. Dazu kommen wir in der neuen Woche sicherlich noch einmal ausführlicher. Hier möchte ich nun die beendete Handelswoche im Stundenchart als Gesamtüberblick zeigen:

DAX nach Verlauf in einer Range zwischen 12.200 Punkten und 12.375 Punkten ab dem Donnerstag mit Abgabedruck
DAX nach Verlauf in einer Range zwischen 12.200 Punkten und 12.375 Punkten ab dem Donnerstag mit Abgabedruck im Stundenchart

 

Ausblick auf den DAX zur neuen Woche

Nach dieser sehr schwachen Handelswoche, welche an der Wall Street seit 2016 nicht mehr so schwach ausfiel, steht die Sorge vor weiteren Abgaben zum Start der neuen Woche natürlich im Raum. Eine zum Wochenausklang schwächelnde Wall Street von insgesamt mehr als 5 Prozent Wochenminus dürfte kaum zur Beruhigung des DAX beitragen. Folgende Ausblicke habe ich bereits heute erarbeitet.

Ausblick für einen nach oben korrigierenden Markt

Eine Eröffnung oberhalb des Augusttiefs vom vergangenen Jahr könnte den DAX zunächst zur Marke von 12.000 Punkten führen. Der Durchbruch durch diese Marke sowie das auf diesem Niveau liegende Tageshoch vom Freitag könnten dem Index weiteren Auftrieb in Richtung der Widerstände bei 12.100 Punkten sowie 12.200 Punkten verleihen. Aufgrund der eher negativen Vorgaben vom Freitagabend wäre zum Erreichen der genannten Ziele eine ordentliche Portion Momentum nötig. Anzumerken wäre an dieser Stelle noch, dass die nachbörslichen Notierungen bereits knapp unterhalb der Marke von 11.800 Punkten lagen. Damit ist diese Unterstützung als sehr wage zu bezeichnen.

Ausblick für einen weiter fallenden Markt

Im Bereich zwischen 11.800 Punkten und 11.820 Punkten könnte sich eine neue Unterstützungszone ausbilden. Nachbörslich wurde dieser Bereich schon um einige Punkte unterboten. Ein Bruch des Tagestiefs vom Freitag bzw. eine Eröffnung darunter könnte weiteren Abgabedruck generieren. Der naheliegende Bereich bei 11.800 Punkten stände dann im Fokus.

Im weiteren Verlauf könnte sich der DAX in Richtung der Unterstützung bei 11.700 Punkten bewegen. Diese Unterstützungs-/Widerstandszone wurde zuletzt Anfang 2017 berührt und somit schon etwas länger zurück. Auf eine möglicherweise neu entstehende fallende 1-2-3-Formation sei an dieser Stelle hingewiesen. Zur Bestätigung dieser Formation muss der DAX zunächst korrigieren. Nur so können sich die Punkte 2 und 3 ausbilden.

Im Vergleich zum Wochenrückblick zeigt der erweiterte Stundenchart für den Ausblick eine zusätzliche Unterstützungszone an:

DAX mit dem Ausblick auf zusätzliche Unterstützungen im Stundenchart
DAX mit dem Ausblick auf zusätzliche Unterstützungen im Stundenchart zum Wochenauftakt

 

Spannend wird neben der Charttechnik wohl sein, ob es neue Tweets oder Äußerungen von US-Präsident Trump geben wird. Er ist schliesslich immer für Überraschungen gut. Die Reaktion der Märkte auf diese „Einlagen“ des US-Präsidenten ist allerdings schwer voraussehbar. Ein paar weitere Gründe gibt es natürlich auch, wie das Thema Facebook oder die Personaldebatten im Weißen Haus. Lesen Sie dazu als Ergänzung gerne noch das Wochenfazit meines Kollegen Andreas Mueller.

 

Wie immer an dieser Stelle wünsche ich Ihnen eine ruhige Hand und erfolgreiches Traden. Möge die Vola auch bei einem DAX auf Talfahrt weiterhin für tolle Signale in der neuen Handelswoche sorgen.

Ihr Gunnar Schlegelmilch

Gunnar Schlegelmilch
Über Gunnar Schlegelmilch 93 Artikel
Bereits zur Jahrtausendwende beschäftigte sich Gunnar Schlegelmilch mit der Finanzbranche und legte mit einer erfolgreichen Fonds-Diversifikation den Grundstein für späteres Stock-Picking. Seit 2015 handelt er zudem mit Hebelinstrumenten den DAX und stellt seine Erfahrungen gerne allen interessierten (Neu-)Börsianern zur Verfügung.

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