Bullenflagge im SPX hinterfragen

 

Ich muss die Bullenflagge im SPX hinterfragen, da nicht alle Anzeichen für diese Chartformation gegeben sind. Der SPX ist der marktbreite S&P 500 und wird neben dem Dow Jones an der Wall Street am häufigsten genannt. Da Montag die USA Märkte geöffnet haben, möchte ich für Sie einen Blick auf den S&P 500 werfen. Wegen seiner Marktbreite steht ihm mehr Bedeutung als den anderes US Indizes zu.

 

Bullenflagge im SPX beim großen Chartbild

Keine Frage; Das große Bild ist nach wie vor bullisch in USA. Damit das so bleibt, müssen aber zwei wichtige Marken genommen werden: Die 123.6% Extension aus dem Wochenchart bei 2.385,4 und das Allzeithoch 2.401. An beiden Marken arbeitet der SPX jetzt seit 9 Wochen, ohne das Erfolg vermeldet werden kann.

Auf die blaue steigende Trendlinie und die dort eingezeichnete 2.269 komme ich gleich noch zu sprechen.

Chartbild Wochenchart SPX:

Trendlinie Wochenchart S&P 500
Wochenchart S&P 500

 

Während einige Kollegen im Tageschart des S&P 500 eine Bullenflagge mit Ausbruch sehen, gehe ich derzeit davon aus, dass es sich nicht um eine Flagge handelt, sondern um ein „descending broadening wedge“. Somit muss ich die Bullenflagge SPX hinterfragen!

Das descending broadening wedge ist sauber zählbar von 1 bis 5, wobei an der ersten 5 kein Ausbruch folgte und der SPX rund 60 Punkte tiefer Anlauf nehmen musste, um dann, mit dem Frankreich GAP, die rote OK desdescending broadening wedge zu überspringen.

Am Mittwoch der vergangenen Woche scheiterte der SPX kurz unterhalb des Allzeithochs bei 2.401 Punkten. Das descending broadening wedge selbst hat eine klare Zielbestimmung: Die innere Höhe  (siehe linkes blaues Rechteck) wird an den Ausbruchspunkt angelegt und weist uns so das Ziel 2.443.

Sollte der SPX in der kommenden Woche nicht dynamisch die 2.385 und 2.401 überwinden, könnten die Bären endlich in den Genuss fallender Kurse kommen. Das Chartbild ist long, keine Frage. Allerdings habe ich es oft genug erlebt, dass bei fehlender Dynamik ein eigentlich bullisches descending broadening wedge sich schnell und violent „gegen sich selbst“ richten kann und sich kräftige Dynamik zur Unterseite entwickelt. Damit wäre meine Vorsicht, die Bullenflagge SPX hinterfragen zu wollen, richtig.

Auswertung vom Stundenchart H4:

Bullenflagge im SPX: Descending broadening wedge
Stundenchart H4 S&P 500

 

Ich habe aktuell drei lang laufende gepunktete (Trend-)Linien in meinem S&P 500 Stundenchart H4, die sich zwischen Montag und Freitag der kommenden Woche im Bereich 2.275 – 2.262 kreuzen. Sich kreuzende bedeutende Trendlinien entfalten oft, wenn die Bedingungen passen, magnetische Kräfte. Die nicht vorhandene Dynamik nach oben, trotz des bullischen descending broadening wedge, macht mich skeptisch.

Am Montag verläuft die rote OK des descending broadening wedge im S&P 500 bei 2.358. Ein Bruch dieser Marke in der kommenden Woche sollte die Alarmglocken läuten lassen.

Sollte der SX dann unter die Zone 2.338 – 2.333 laufen, würde ich den Bruch von 2.322 (letztes Tief vom 13. April) als Bestätigung für das Ziel 2.275 – 2.262 sehen, welches bis spätestens 10. Mai erreicht sein sollte.

Noch einmal, damit niemand blind shortet: Oberhalb 2.401 ist der SPX nicht short!
Wenn aber 2.385 und 2.401 weiterhin nicht überwunden werden können, steigt die Wahrscheinlichkeit einer spontanen und scharfen Korrektur.

Wer das weiter begründet sehen will, scrollt erneut nach oben und schaut sich die Trendlinie seit 2016 im Wochenchart an. Sie verläuft in der kommenden Woche bei 2.269 und damit im Zielbereich des H4 bei 2.275 – 2.262.

 

Gerne halte ich Sie hier weiter auf dem Laufenden,

Viel Erfolg im Handel heute am 1. Mai bzw. allen „Mitlesern“ ein angenehmes verlängertes Wochenende.

 

Ihr Marius Schweitz

Marius Schweitz
Über Marius Schweitz 289 Artikel
Marius Schweitz ist seit 2001 aktiver Trader und Mitinhaber der Trading Community "Projekt30.de". Gehandelt werden Dax, US Indizes, Forex und Edelmetalle. Marius ist spezialisiert auf Wolfe Waves und die Verdichtung von Fibonacci Marken aus unterschiedlichen Zeitebenen, die sodann klare Ausbruchs- und Unterstützungsmarken ergeben.

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