Beliebte Strategien an der Börse und den Derivatemärkten

 

In den letzten Jahren ist die Zahl der rentablen Geldanlagen auch in Deutschland erheblich zurückgegangen. Da die Leitzinsen sich mittlerweile nahe der Nulllinie bewegen und auch die Zinssätze sicherer Geldeinlagen kaum noch die Preissteigerung ausgleichen, sind Aktien und auch Derivate eine stetig interessantere Alternative geworden.

Laut einer WFE-Statistik wurden im Jahr 2013 an der deutschen Börse Aktien im Gesamtwert von ca. 1,3 Billionen Euro gehandelt, was die Relevanz dieser Form der Geldanlage eindrucksvoll unterstreicht. Doch welche Strategien sind an den Börsen besonders beliebt und wie bestimmen Anleger im Derivatehandel lohnende Investments? Genau diese Fragen werden in unserem Ratgeber nun etwas genauer geklärt.

 

Warum eigentlich eine Strategie?

In einem Bericht auf Test.de in Bezug auf Aktienstrategien kam letztlich ein verheerendes Ergebnis heraus. Nahezu alle dort genutzten Strategien ergaben schlechtere Renditen als der Markt. Trotzdem sind bestimmte Aktienstrategien für aktive Anleger unabdingbar, um eine gewisse Rendite auch langfristig realisieren zu können. Eine Strategie, die jeder kennt, kann letztlich nicht funktionieren, wenn sie jeder in nahezu gleicher Form anwendet. Aus diesem Grund ist es wichtig, die eigenen Strategien mit der Zeit zu verfeinern und eigene Akzente zu setzen. So erscheint es nicht geschickt, sich sklavisch an bestimmte Verkaufs- oder Kaufpunkte zu halten, sondern es sollte lediglich eine grundsätzliche Linie für die eigenen Investments genutzt werden. Im Zeitverlauf bekommt der Anleger ein Gespür für den passenden Zeitpunkt einer Umschichtung. Wer hingegen Aktienstrategien grundsätzlich misstraut, sollte entweder auf passiv gemanagte Index-Produkte setzen oder auf Fonds, die dem Anleger die Entscheidungen für Einzeltitel abnehmen.

Die wichtigsten Gründe für eine Strategie an den Börsen:

–       Investments ohne Strategie gleichen einem Glücksspiel

–       Standard-Strategien sollten nicht 1:1 umgesetzt werden

–       Bekannte Strategien als Grundlage bieten Verfeinerungspotenzial

–       Mit zunehmender Erfahrung wächst ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt von Umschichtungen

 

Die Buy & Hold-Strategie – für den langfristig denkenden Anleger

Die Buy & Hold-Strategie gehört zu den Klassikern am Aktienmarkt und baut auf folgenden Prämissen auf:

–       Jede Transaktion auf dem Markt führt zu Kosten

–       Es gibt keine wissenschaftliche Bestätigung für einen Rendite-Effekt von Chartanalysen

Basierend auf diesen Annahmen werden bei der Buy & Hold-Strategien anfänglich die verschiedenen Geldanlagen durchaus diversifiziert. Jedoch finden später grundsätzlich nur noch wenige Umschichtungen innerhalb einer Anlageklasse statt. Somit setzt diese Strategie auf den langfristigen Aufwärtstrend des Marktes und versucht, die oftmals gepriesene jährliche Rendite auf dem Aktienmarkt zu erwirtschaften. Kurskorrekturen finden oftmals nur bei größeren Marktveränderungen statt.

Vor- und Nachteile der Buy & Hold-Strategie im Überblick:

–       Langfristiger Ansatz (+)

–       Kosteneffizient (+)

–       Keine Panik-Reaktionen bei Volatilität (+)

 

–       Erfordert den richtigen Einstiegszeitpunkt (-)

–       Eventuelle Gewinnmitnahmen werden verpasst (-)

–       Neue Werte und Trends spiegeln sich kaum im eigenen Portfolio wieder (-)

Aktienmärchen Buy and Hold: Aktien langfristig betrachtet am Beispiel DAX

 

 

Die Volatilitätsstrategie – starke Kursbewegungen sorgen für die nötige Rendite

Die Volatilitätsstrategie eignet sich vor allem für den Derivatehandel, denn hier lassen sich mitunter auch Renditen von mehreren hundert Prozent erwirtschaften. Erkennt der Anleger durch eine Chartanalyse, dass ein volatiler Basiswert voraussichtlich auch in den nächsten Tagen oder Wochen stark schwankt, erwirbt er je eine Option auf fallende als auch auf steigende Kurse. Da er so auf jeden Fall mit einer der Optionen einen Verlust einfahren wird, ist es wichtig, dass er auf besonders renditestarke Optionen zurückgreift und so den Verlust der einen Option durch den besonders hohen Gewinn bei der Anderen überkompensiert, wie auf Binaere-Optionen.com berichtet wird. Solange der Basiswert also tatsächlich mindestens in dem vorhergesagten Maße schwankt, erhält der Anleger einen Gewinn. Lediglich bei einer Seitwärtsbewegung stünde ein doppelter Verlust durch beide Optionen an.

Die Vor- und Nachteile der Volatilitätsstrategie im Überblick:

–       Sowohl bei steigenden als auch fallenden Kursen hohes Gewinnpotenzial (+)

–       Absicherung von zwei möglichen Kursrichtungen (+)

–       Gerade vor besonderen Unternehmensnachrichten sehr interessant (+)

 

–       Das Risiko einer Seitwärtsbewegung des Basiswerts ist gegeben (-)

–       Im Verlustfall muss ein doppelter Verlust eingeplant werden (-)

–       Recht komplizierte Strategie (-)

 

Fazit

Die beiden oben genannten Strategien sind nach wie vor sehr aktuell und werden von vielen Anlegern in verschiedenen Ausprägungen durchgeführt. Daneben gibt es allerdings auch noch viele andere:

Wer seine persönliche Strategie für seine Investments zumindest grob an einem bestimmten Vorbild orientiert, kann dadurch langfristig durchaus Erfolge feiern. Es gilt zu guter Letzt, die Strategie um die eigenen Erfahrungen zu bereichern und somit den Markt zu schlagen.

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