Ausblick für den 10. April 2017

 

Der DAX beendete seinen Handel am Freitag bei 12.225 und somit 6 Punkte unter dem Schlusskurs 12.231 vom Donnerstag. Das Tief lag bei 12.145, das Hoch wurde bei 12.225 eingebucht.

Mit einer auf Schlussskursen basierenden Wochen Volatilität von 65 Punkten lieferte DAX erneut eine ereignislose Woche ab.

12.225,06 Freitag
12.230,89 Donnerstag
12.217,54 Mittwoch
12.282,34 Dienstag
12.257,20 Montag

Im Vergleich der Schlusskurse Freitag (12.225)zu Freitag der Vorwoche (12.312) verlor Dax 87 Punkte auf Wochenbasis.

Minutenchart M15 im DAX:

Da DAX sich unter der MOB 12.235 und seinem grünen Leitstrahl befand, wurde DAX ab Mittwoch im Ausblick als Short eingeordnet. Das war auch richtig, denn DAX öffnete am Donnerstag mit einem kräftigen Down Gap. Auch am Freitag startete DAX mit einem Down Gap, welches ihn dann bis 14.00 Uhr punktgenau an das 50% Retracement der Aufwärtsstrecke 11.915 nach 12.376 führte.
Von dort setzte ab 14.30 Uhr eine deutliche Erholung ein, die den DAX wieder über die FFZ (Fibo Farbzone) OK 12.200 brachte. Das ist, sofern 12.200 hält, im kleinen Timeframe bullisch zu sehen. Die Nackenlinie und der grüne Leitstrahl (seit September 2016 im Chart) verlaufen zwischen 11.00 und 15.00 Uhr identisch an der 12.290. Diese Marke sollte man am Montag also beobachten.

DAX
DAX Minutenchart M15

Die mögliche iSKS wurde mit einer tieferen rechten Schulter angepasst und hat nun, sofern Nackenlinie und Doppeltop 12.290 überwunden werden, ihre Ziele bei 12.380 und 12.463. Läuft DAX erneut unter 12.200, könnte das 50% RT und Tief vom Freitag bei 12.145 getestet werden und ggfs auch zum 61.8% Retracement bei 12.091 führen. Ginge es nach 12.091, wäre die iSKS technisch gestorben, da die rechte Schulter dann tiefer läge als der Kopf der Formation.

Minutenchart M20 im DAX:

Durch die tiefere rechte Schulter im M15 könnte auch eine weitere bullische Chartformation entstanden sein, hier im M20 dargestellt. Dabei würde es sich um ein bullisches „Descending broadening Wedge“ handeln, das seine Pflichtpunkte 1-5 absolviert hat und mit der letzten Kerze am Freitag die begrenzende OK überwand.

Die M15 iSKS hätte, wie oben bereits geschrieben, 12.463 als großes Ziel. Das broadening Wedge bestimmt sein Ziel über die innere Höhe (linkes blaues Rechteck), angesetzt am Ausbruchspunkt an der OK des Wedges. Das Ziel des Wedges läge also bei 12.482, mithin fast synchron zum Ziel der M15 iSKS bei 12.463.

Beiden bullischen Figuren ist gemein, dass 12.290 als MOB Marke überwunden werden muss, bevor 12.376, das Hoch 2017, erneut in Angriff genommen werden kann.

DAX
DAX Minutenchart M20

Stundenchart H1 im DAX:

Auch der H1 Stundenchart sendet verhalten bullische Signale. Ich schrieb bereits am Freitag Vormittag im p30 Blog, dass die blaue 20sma überwunden werden muss, damit sich das Bild wieder aufhellt. Das passierte in den letzten beiden Handelsstunden und Dax schloss oberhalb der 20sma (12.190). Die 20sma ist wichtig, da sonst die grüne 200sma bei 12.093 in den Fokus rücken würde.

Für mich wichtig war das Tief 12.145 am Freitag, denn damit wurde die UK der Fibo Zone 12.175 – 12.148 gehalten. 3 Punkte Toleranz darf man akzeptieren, denke ich. Das macht nun das Tief vom Freitag zu einer MOB im Stundenchart H1, denn unterhalb landeten wir schnell an/in der Zone 12.104 – 12.076 und somit an der 200sma bei 12.093.
Mit Hoch 12.225 verpasste Dax die OK der Zone 12.235 – 12.219 (12.235 ist seit vielen Ausblicken eine MOB Marke bei uns) knapp, blieb aber 6 Punkte innerhalb der Bulle/Bär Zone.

DAX
DAX Stundenchart

Stundenchart H3 Broadening Top:

Sollte DAX den Sprung über 12.235 schaffen, käme der Meeting Point des steigenden grünen Leitstrahls und der roten OK des broadening Top als Hauptkampfzone in den Fokus. Ab Mittwoch befinden sich beide Linien im Bereich 12.325.
Das broadening Top sendet aktuell keine Signale. Diese kommen erst, wenn 12.235 überschritten oder 12.042 fallen würde.

DAX
DAX Stundenchart H3

Tageschart D1 im DAX:

Viel gibt es hier nicht zu vermelden, dafür aber Wichtiges. DAX hat sich am Donnerstag und Freitag im Tageschart an seiner blauen 20sma rückversichert und zwei bullische Tageskerzen fabriziert. Die 20sma bildet gleichzeitig die Mittellinie der Bollinger Bänder ab, so dass man dieses Signal (Trotz aller Unsicherheiten, auch politisch) im Tageschart nicht unterschätzen sollte.

Damit der Move aufwärts an Glaubwürdigkeit gewinnt, muss er zum Wochenbeginn wieder über 12.235 und danach schnell und kräftig durchziehen, um im Bereich 12.290/300 das Doppeltop und gleichzeitig auch das bärische Engulfing der tiefen schwarzen Tageskerze vom Mittwoch zu neutralisieren.

Die Linien im Sand sind also oben 12.235 und 12.290, unten 12.148 und die blaue 20sma 12.123.

DAX
DAX Tageschart

DOW Monatschart:

Donald Trump macht derzeit den enttäuschenden Ausweichschritt, der bei amerikanischen Präsidenten Tradition hat: Klappt es nicht so recht an der Heimatfront, wird außenpolitisch mit dem Holzhammer gearbeitet. Nachdem die Einreiseverbote von Bundesrichtern gekippt wurden und Obamacare wohl doch nicht so leicht abgeschafft werden kann, wie vorher vollmundig bekundet, lässt das amerikanische Oberhaupt nun die Muskeln spielen, indem er 50 Cruise Missiles auf Syrien (erhellend hierzu Michael Lüders im ZDF: https://goo.gl/rb9utJ ) regnen lässt und damit die angekündigte Entspannung mit Russland in weite Ferne rückt. Der zweite Akt dieses Muskelspiels führt aktuell zwei Flugzeugträger Kampfverbände vor die Nordkoreanische Küste. Man kann nur hoffen, dass sich Donald Trump nicht weltpolitisch zu einem Elefanten im Porzellanladen entwickelt, weil es an der Heimatfront kein „easy going“ gibt.

Deshalb ist für uns ein Blick auf den Dow Jones wichtig, den wir uns im Monatschart anschauen.
Zu sehen ist die Aufwärtsstrecke seit Tief 2009 bei 6.460 zum Hoch 18.351 im Mai 2017, welches die 100% Marke bildet. Aktuell hängt Dow im Monatschart an der Zone der 123.6% und 127.2% Extensionen fest. 21.157 – 21.585 ist also Widerstandszone. Bräche Dow diesen Widerstand, dann wäre, auch wenn es momentan kaum vorstellbar erscheint, langfristig die 161.8% Extension 25.700 das Ziel.

Einen Haken hat die Sache allerdings: Die blau eingezeichnete „Trump Rally“ führte von 17.570 nach 21.169. Schauen wir uns die beiden großen Korrekturen aus aus 2011 und 2015 an, sehen wir, dass diese 19% und 17% Korrektur mit sich brachten.
Beide großen Konsolidierungen formten rote Wedge ähnliche Figuren, diein der Erholung über die Oberkanten liefen und sich dann einige Monate später an diesen Oberkanten „verabschiedeten“, um dann den Aufwärtstrend wieder aufzunehmen.

Schafft es Dow also nicht über die begrenzende lila Zone, könnte eine ähnliche Korrektur einsetzen, die bei angenommenen 17% Downdraft genau zur 17.570 zurückführen und somit die gesamte „Trump Rally“ eliminieren würde. Das ist umso spannender, als auch der RSI im Monatschart mit aktuell 72 deutlich überkauft ist. Nur die Megarallys 2007 und 1996-1997 ließen den RSI mit 79 und 87 höher ansteigen.

Der rote 10sma Durchschnitt bei 19.423 könnte bei einem Breakdown erste Anlaufstelle sein, die blaue 20sma am alten Hoch 18.351 dann das finale Ziel, vielleicht mit einem Spike down zum 17% Ziel 17.570.

Aktuell zeigt der Dow kein bärisches Bild, zumal der überkaufte RSI sich dort über Jahre aufhalten kann und selbst der gleitende 10-Monats-Durchschnitt gute 1.200 Punkte unterhalb der Kurse aufhält. Die Archillesferse ist der Ursprung der 3.600 Punkte Trump Rally: Versprechungen.
Sollte sich Trump als großer Ankündiger aber schwacher Umsetzer erweisen, gäbe es keinen Grund, diese Trump Rally nicht zu verkaufen.

Bei Kursen unter 20.000 Sollte man also aufmerksam die Lage beobachten und sich gegen drohendes Unheil absichern.

Allgemeines:

Bereits am 23. April steht der erste Wahlgang in Frankreich an. Dieses Ereignis kann zu Verwerfungen im Markt führen. Das wäre besonders dann der Fall, wenn sich Marine Le Pen als Wahlsiegerin erweisen sollte, denn ihr erklärtes Ziel ist ein Referendum über den Verbleib in der EU. Ginge Frankreich, besser die Franzosen, nach einem Referendum den Weg Englands, würde die EU in ihren politischen und wirtschaftlichen Großmacht Allüren vaporisieren. Ein wirtschaftlich dominantes Deutschland würde dann seinen letzten großen Verbündeten verlieren und ein Geldsack im Armenhaus EU werden. Die Folgen wären desaströs.

Im Umkehrschluss muss man dafür ein Feuerwerk an den europäischen Börsen einplanen, wenn Marine Le Pen bereits im ersten Wahlgang unterliegt. Das mögen bitte alle Short investierten Trader berücksichtigen, besonders die, die mit Margin unterwegs sind.

Ich wünsche allen Tradern eine erfolgreiche Woche!

Marius Schweitz
Über Marius Schweitz 287 Artikel
Marius Schweitz ist seit 2001 aktiver Trader und Mitinhaber der Trading Community "Projekt30.de". Gehandelt werden Dax, US Indizes, Forex und Edelmetalle. Marius ist spezialisiert auf Wolfe Waves und die Verdichtung von Fibonacci Marken aus unterschiedlichen Zeitebenen, die sodann klare Ausbruchs- und Unterstützungsmarken ergeben.

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