Die Krise von General Electric

 

Erst Anfang Dezember verkündete General Electric den Abbau von über 12000 Stellen in ihrer Power Division. Als internationaler Rivale des DAX-Konzern Siemens ist der Blick gerade für deutsche Aktionäre immer wieder interessant. Sind doch beide Konzerne in vergleichbaren Geschäftsfeldern tätig. Seit August 2017 steht dort ein neuer Manager an der Spitze des so genannten Misch-Konzerns. Wird damit alles gut oder setzt sich die Krise von General Electric fort?

 

Maßnahmen gegen die Krise von General Electric

Seit der Ernennung des neuen CEO sind die Probleme nicht geringer geworden sind. Nun werden die Überlegungen radikaler. Der CEO von GE, John Flannery, formulierte es wie folgt:

„Wir schauen uns aggressiv an, welche Struktur die beste ist, um unser Geschäftspotenzial zu maximieren“.

Das klingt sehr danach, dass auch an eine Aufspaltung des Konzerns gedacht wird. Ob dies die Lösung darstellt, darf bezweifelt werden. Genau dies taten Investoren und Aktionäre, wie man am Kursverlauf von General Electric eindeutig sehen kann. Die Aktie mit der WKN:851144 (ISIN:US3696041033 Symbol:GEC) hat sich auf Sicht von einem Jahr genau halbiert! Zum Vergleich: Der Dow Jones als Index, in dem General Electric enthalten ist, legte um 32 Prozent im Vergleichszeitraum zu.

Besonders die angespannte finanzielle Situation setzt der Unternehmung zu. Die Krise von General Electric nimmt damit noch einmal Fahrt auf und das Ende ist meines Erachtens noch nicht abzusehen.

 

General Electric Chart Rückblick

Im vergangenen Dezember hatte ich das letzte Mal den Chart von General Electric analysiert. Damals schrieb ich:

GE Point and Figure Quartals Chart, Bar Monats Chart: Ein grausames Chartbild
GE Point and Figure Quartals Chart, Bar Monats Chart: Ein grausames Chartbild

GE ist im Dow Jones Industrial Index der Underperformer des Jahres. Doch wesentlich bedeutender ist das grausame Chartbild, das aufs engste mit den Schwierigkeiten, in denen sich GE befindet, zusammenhängt.

All die Aktien Rückkäufe, es waren nicht wenige, sind umsonst gewesen und erhöhen nun den Druck auf das Managements. Während der Freefloat an Aktien im Jahr 2014 noch bei 10,1 Mrd lag, sank er bis Ende 2016 auf 8,7 Mrd Stück ab. Der Goodwill stieg bis zum Ende 2016 auf über 70 Mrd. USD an, was nicht unbedeutend ist, wenn man sich vor Augen führt, dass die Marktkapitalisierung nur noch bei ca. 153 Mrd. USD liegt.

Die Situation konnte sich seitdem nicht entspannen und sieht mittlerweile folgendermaßen an.

Die aktuelle Krise von General Electric im Chart-Update

GE Bar Monats Chart: Die Unterstützung schwindet
GE Bar Monats Chart: Die Unterstützung schwindet

Die Kraft der wichtigen Unterstützungslinie schwindet. Die Aktie konnte sich zwar leicht abstoßen, doch das war nur von sehr kurzer Dauer. Mittlerweile befindet sich der Kurs von der General Electric Aktie wieder unterhalb und das Chartbild trübt sich weiter ein.

Sollte der Unterstützungsbereich verlassen werden, ist ein absinken bis in den Bereich $12,50 je Aktie möglich. Darunter droht dann auch schon das Tief der Finanzkrise.

Insgesamt wird hier vom Markt eine weitere Verschlechterung antizipiert. Die Krise von General Electric spitzt sich weiter zu und der Verkauf von einzelnen Sparten wird ernsthaft diskutiert. Wenn es das Management nicht schafft den Kurs von GE radikal zu ändern, wird der ehemalige Vorzeigekonzern nur noch eine gute Fallstudie für Studenten sein. Ein Beispiel dafür, wie Financial Engineering in Verbindung mit weiteren schlechten Entscheidungen, einem Konzern die Zukunft kosten können.

 

Update 19.01.18: General Electrik Aktie im freien Fall

GE Bar Monats Chart: Die Linie 1 ist gefallen
GE Bar Monats Chart: Die wichtige Unterstützungslinie ist gefallen

Die wichtige Unterstützungslinie scheint endgültig unterschritten worden sein. Jetzt drohen die 2010er und 2011er Tiefs. Sollte der Kurs auch hier nicht zum halten kommen, ist die Krise bei GE so tiefgreifend, dass mit allem gerechnet werden muss.

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