Übernahmefieber bei Johnson und Johnson | Aktie im Aufwind

Übernahmefieber bei Johnson und Johnson | Aktie im Aufwind
Übernahmefieber bei Johnson und Johnson | Aktie im Aufwind
 

Es läuft rund beim amerikanischen Konsumgüterhersteller Johnson und Johnson (J&J). Die Aktie ist im Aufwind und das Übernahmefieber trägt ebenfalls zu einer positiven Entwicklung bei. Was sagten die Quartalszahlen aus und wie kann man sich hier positionieren? Folgende Aktienanalyse gibt tiefere Einblicke zum Unternehmen Johnson & Johnson.

 

Johnson & Johnson schlägt Markterwartungen

Das Unternehmen konnte im zurückliegenden Quartal die Markterwartungen der Wall Street deutlich schlagen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Gewinn je Aktie von 2,07 Dollar berechnet und mit einem Umsatz von 20,39 Milliarden Dollar.

Tatsächlich konnte Johnson & Johnson, die neben Konsumgütern auch Medizintechnik und Pharmazeutika produzieren, einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,10 Dollar bei einem Umsatz von 20,8 Milliarden Dollar ausweisen. Dies berichteten die News-Agenturen und Websites wie finanztreff.de hier. Was stand dahinter?

 

Übernahmefieber bei J&J im Bereich Pharma

Größter Wachstumstreiber war dabei der Bereich Pharmazie. Hier wirkte sich insbesondere der Zukauf der Schweizer Pharma-Firma Actelion positiv aus. Insgesamt konnte der Pharmabereich die Markterwartungen übertreffen, wie auch auf finanztreff.de zu lesen war. Dieser Bereich erreichte ein Umsatzplus von 20 % auf 10,4 Milliarden Dollar statt erwarteter 9,95 Milliarden Dollar. Exklusive Sonderfaktoren wie Akquisitionen und Assetverkäufen wuchsen die Umsätze um 17,6 %.

 

Medizintechnik mit robustem Wachstum

Ebenfalls sehr gut im Rennen lag die Sparte Medizintechnik. Hier erreichte Johnson & Johnson ein Umsatzplus von 3,7 % auf 7 Milliarden Dollar. Auch hier ein klar besseres Ergebnis als am Markt erwartet. Die Analysten hatten im Vorfeld hier mit einem Umsatz von 6,9 Milliarden Dollar gerechnet. Einziger Ausreißer nach unten war das Konsumgütergeschäft. Zwar konnte Johnson & Johnson hier ebenfalls ein Umsatzplus ausweisen. Doch dieses fiel mit 0,7 % auf 3,5 Milliarden Dollar eher schwach aus und blieb letztlich auch unter den Markterwartungen von 3,59 Milliarden Dollar.

 

Starkes Wachstum bei Johnson and Johnson: Pharma Gigant

 

Wie gefährlich sind die Rechtsstreitigkeiten für Jonson & Johnson?

Hier dürften sich auch die derzeitigen rechtlichen Probleme ausgewirkt haben. Johnson & Johnson war in der vergangenen Woche im Bundesstaat Missouri zu Strafzahlungen von 4,69 Milliarden Dollar verurteilt worden. Hintergrund war die Klage von insgesamt 22 Frauen, die ihre Krebserkrankung auf den Gebrauch von Talkum-haltigem Babypuder von Johnson & Johnson zurückführten. Allerdings ist das nicht das erste Mal, dass Johnson & Johnson diesbezüglich verurteilt wurde. Bisher waren einige dieser Urteile von Berufungsgerichten wieder einkassiert worden, andere befinden sich noch in höheren Instanzen.

 

Johnson & Johnson senkt Prognose

Am Ende sorgte Johnson & Johnson allerdings noch einmal für etwas Unruhe. Denn man konkretisierte seinen Jahresausblick, was eine Senkung der Prognosen bedeutete. So rechnet Johnson & Johnson im besten Fall nur noch mit einem Jahresumsatz von 81,3 Milliarden Dollar statt bisher prognostizierter 81,8 Milliarden Dollar. Am unteren Ende rechnet der Konzern nun mit 80,5 Milliarden Dollar statt bisheriger 81 Milliarden Dollar. Beim Gewinn je Aktie wurde die bisherige Prognosespanne eingeengt. Lag diese bislang zwischen 8 Dollar je Aktie und 8,20 Dollar, rechnet das Unternehmen nun mit 8,07 Dollar bis 8,17 Dollar.

 

Die Analysten von Goldman Sachs beurteilen dies mit einem negativen Urteil und Kursziel 134 Dollar auf Sicht von 12 Monaten allerdings.

Aktuelles Analystenurteil zu Johnson&Johnson
Aktuelles Analystenurteil zu Johnson&Johnson

Aktie bleibt interessant

Das insgesamt robuste Abschneiden im zweiten Quartal sorgte dafür, dass die Aktie gestern deutlich zulegen konnte und die Gewinnerliste im Dow Jones anführte. Die Aktie stieg somit im Chartbild wieder über die 200-Tage-Linie. Dies gibt im Rückblick auf 1 Jahr im Chartbild ein positiveres Bild ab:

 

Chartanalyse 1 Jahr zu Johnson&Johnson - 200-Tage-Linie erobert
Chartanalyse 1 Jahr zu Johnson&Johnson – 200-Tage-Linie erobert

 

Der korrigierte Ausblick mag hier etwas bremsend gewirkt haben, scheint aber keinen nachhaltigen negativen Effekt zu bewirken. Insofern dürfte die sich abzeichnende Turnaround-Story bei diesem Wert weiter Bestand haben.

 

Ihr Carsten Müller

 

Weitere Informationen: Johnson & Johnson ist als Turnaround-Spekulation Bestandteil des neuen wikifolio-Musterdepots „USA Turnaround“. Dieses wikifolio wurde durch CC Capital aufgelegt, an dem Carsten Müller eine wesentliche Beteiligung hält. Das wikifolio ist publiziert und ist unter der Internet Adresse https://www.wikifolio.com/de/de/w/wf0usaturn einsehbar.

Carsten Müller
Über Carsten Müller 11 Artikel
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Carsten Müller über die Kapitalmärkte. Die ersten Sporen verdiente er als Redakteur in der n-tv-Telebörse und war dann als freier Journalist für einige der renommiertesten Börsenbrief-Verlage im deutschsprachigen Raum tätig, darunter auch den Bernecker-Verlag. Heute fokussiert er sein Interesse insbesondere auf seine Lieblingsthemen Nebenwerte, Auslandsaktien und Anleihen.

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