Fundamentalanalyse der Sixt-Aktie: Teuer, aber mit Potenzial?

Fundamentalanalyse der Sixt-Aktie
Fundamentalanalyse der Sixt-Aktie
 

Seit einigen Jahren habe ich selbst Sixt Aktien im Depot und kann mittlerweile auf ein Ergebnis von über 200% (inklusive der bisher ausgezahlten Dividenden) zurückblicken. Natürlich stelle ich mir aktuell auch die Frage, ob Sixt an einem Zenit angekommen ist oder ob durchaus noch weiteres Potential besteht. Aus diesem Grund lesen Sie hier meine Analyse und Einschätzung zur Sixt-Aktie im Rahmen der Fundamentalanalyse.

 

Grundlagen meines Handelns

Mit Hilfe meiner Dividenden-Alarm Strategie kaufe ich Aktien, wenn sie ein Kaufsignal generieren und verkaufe sie mit einem Verkaufssignal. Aktuell erzielt in meinem Depot die Sixt Aktie ein Verkaufssignal. Daher möchte ich mir die Sixt Aktie in diesem Artikel mal näher betrachten.

Beginnen möchte ich mit der Grafik aus meiner Dividenden-Alarm Auswertung.

Sixt Rebalancing Wie ihr sehen könnt, wird in der Rubrik Auto, Sixt als einziges Verkaufssignal mit einer Dividendenrendite von 2,93% ausgewiesen. Dem gegenüber stehen derzeit drei Kaufsignale. Um welche drei Kaufkandidaten es sich hierbei genau handelt soll an dieser Stelle keine besondere Rolle spielen. Ziel der Strategie ist es, mittels Dividenden-Rebalancing seinen Depotertrag zu optimieren.

 

 

Definition vom Dividenden Rebalancing

AusrufezeichenKurz gesagt – Der Grundgedanke beim Dividenden Rebalancing: Man trennt sich von Aktien welche ein Verkaufssignal generieren und investiert das Kapital in vergleichbare Aktien mit einem aktuellen Kaufsignal.

Somit wird das Budget, welches derzeit in teuren und überbewerteten Aktien mit geringem Dividendenertrag steckt, in branchengleiche Unternehmen investiert, die zum aktuellen Zeitpunkt günstig und unterbewertet sind und gleichzeitig auch einen höheren Dividendenertrag erzielen.

In der Regel realisiert man die seit Jahren aufgelaufenen Gewinne und tauscht das Kapital der überbewerteten Aktie in eine unterbewertete und erhält gleichzeitig ein deutlich höheren Nettodividendenertrag.

Fundamentalanalyse der Sixt-Aktie

Ich muss mir überlegen, ob das Potential der Sixt Aktie zu großen Teilen erschöpft ist und im zweiten Schritt, ob es sich lohnt zu einem der drei Kauf-Kandidaten zu wechseln. Solang der erste Punkt nicht definiert und entschieden ist, muss ich mich um den zweiten Punkt nicht kümmern.

Derzeit hat das Verkaufssignal der Sixt Aktie nur eine geringe Signalstärke. Dies bedeutet, dass das Signal gerade erst aktiviert wurde. Normal sollte die Signalstärke schon in den Bereich zwischen 15% – 30% ansteigen, damit eine wirkliche Überbewertung gegeben ist. Bei den Sixt Vorzügen würde dies Aktienkursen entsprechen die zwischen 75 EUR und 85 EUR liegen. Somit haben wir durchaus noch ein wenig Luft – bei einfacher Betrachtung.

Bei der Dividende von Sixt gibt es in diesem Jahr eine Besonderheit. Das Unternehmen hat zum einen wie erwartet die normale Dividende stark angehoben (+18%) und dazu angekündigt eine Sonderdividende von 2,05 EUR auszuschütten, aufgrund des Verkaufs seines 50-Prozent-Anteils an dem Carsharing-Dienst DriveNow an BMW.

Dieser Geldregen führt aktuell zu einer Dividendenrendite von gut 5,8%! Für die Sixt Aktie ist dies in der aktuellen sehr guten Verfassung ein absolutes Highlight, was zusammen mit der letzten Prognoseanhebung (EBIT soll deutlich steigen), derzeit ordentlich den Kurs treibt.

Beim Tagesgeschäft läuft es bei Sixt im Inland sowie im Ausland ausgezeichnet. Gerade das Auslandsgeschäft wächst bei Sixt prozentual gesehen zweistellig. Gerade die USA sowie Frankreich und Spanien bieten Sixt die Möglichkeit, in den kommenden Jahren weiter stark zu wachsen und weitere Marktanteile zu gewinnen (Marktanteil in den USA erst 1%) zu können. Dazu folgende Grafik:

Analystenmeinungen Sixt
Quelle der Grafik: Consorsbank

Die Ergebnisse des ersten Quartals lassen bereits viel erwarten. Der Umsatz stieg um knapp 10% und der Gewinn legte und gute 30% zu! Zudem soll das zweite Quartal ähnlich erfolgreich laufen. Allein auf dieser Basis sehen diverse Analysten ein Kurspotential von bis zu 30% (90 Euro) und kein Analyst rät zum Verkauf von Sixt Aktien.

 

Was mache ich mit meinen Sixt-Aktien?

Aktuell gar nichts. Ich behalte sie ganz normal weiter im Depot, verkaufe sie nicht zum aktuellen Kurs und kaufe sie auch nicht nach. Zuerst warte ich den Dividendenabschlag ab. Hier werden in diesem Jahr ganze 4 Euro vom Aktienkurs abgezogen und an die Aktionäre ausgeschüttet. In den vergangenen Jahren (2017 eher nicht) verlor die Sixt Aktie nach dem Dividendenabzug in der Regel immer weit mehr als nur den Dividendenabschlag. Es kann daher durchaus sein, dass auch dieses Jahr wieder eine deutliche Kursberuhigung zu erwarten ist. Betrachtet man dann die Sixt Aktie wie auf dem heutigen Bewertungsniveau, dann würde das Verkaufssignal direkt wieder deaktiviert werden. Somit ist hier schon mal die Idee eines schnellen Verkaufs relativiert.

Ich bin nur bereit meine Aktien zu verkaufen, wenn ich hierfür einen ordentlichen Bonus erhalten kann. Wie das in der Praxis aussehen kann, habe ich im Artikel zum Verkauf meiner Altria Aktien näher erläutert. Bei Sixt wäre ein Bonus nach Dividendenausschüttung nicht gegeben. Der Aktienkurs würde dann wieder auf ein normales (wenn auch hohes) Niveau ohne Verkaufssignal zurückfallen.

Nun unterstelle ich dem Unternehmen, dass die Dividende im kommenden Jahr um weitere 15% angehoben werden kann. Die neue Dividende für die Vorzüge würde dann 2,27 Euro betragen. Bei einer vergleichbaren Bewertung wie heute, müssten dann Aktienkurse von 75 Euro erzielt und es würde immer noch kein Verkaufssignal generiert werden. Mein Zielkorridor ist weiterhin eine Signalstärke von mindestens 15% bis hin zu 30%. Damit ergeben sich Aktienkurse von mindestens 87 EUR bis 98 EUR.

Somit setze ich mir aktuell nur ein Limit-Signal bei 87 Euro und warte ob dieser Aktienkurs nach der Dividendenausschüttung erreicht wird. Erst dann werde ich mich wieder mit der Sixt Aktie befassen und prüfen ob ich eine Verkaufsorder mit einem Trailing Stop in den Markt lege, oder ob ich ein besseres Kursziel ermitteln kann.

 

Wie funktioniert eine Trailing Stop Order? Wissen im Trading

 

Aktienkurse unter 87 Euro mit einer unterstellten höheren Dividende für das kommende Jahr, machen für mich keinen Sinn. Dann partizipiere ich lieber weiter vom kontinuierlichen Wachstum und steigenden Dividenden. Dies ist mein Fazit dieser Fundamentalanalyse der Sixt-Aktie.

Haben Sie auch Sixt Aktien im Depot? Gerne können Sie einen Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen.

 

Viel Erfolg wünscht Ihr Alex Fischer

Alex Fischer
Über Alex Fischer 4 Artikel
Alex Fischer betreibt verschiedene Webprojekte und ist seit 2009 einer der ersten und heute noch aktiven Finanzblogger in Deutschland. Er ist seit 2014 finanziell frei und hat sich mit seinem Blog "Reich-mit-Plan.de" mittlerweile der Dividenden-Thematik verschrieben. Seine selbstentwickelte Dividenden-Alarm Strategie hilft bei zwei wichtigen Entscheidungen, auf die es an der Börse ankommt. Mit dem Dividenden-Alarm Indikator erfährt man, wann der Markt ein günstiges Einstiegsniveau erreicht hat und mit den Dividenden-Alarm Signalen weiß man dann, welche Aktien tatsächlich unterbewertet sind und für einen Einstieg interessant sind.

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