Wirecard und Stroeer – Trading-Setup durch Hedgefonds-Angriff?

Geehrter Leser, als Trader und Spekulant muss man die Augen offen halten. Da wir bei der Beurteilung der Situation am Markt vor allem auf die Vergangenheit und unsere Erfahrung zurückgreifen, sind es gerade gewisse Analogien, nach denen wir Trader uns richten. Bei meiner Recherche im Segment der Einzelwerte ist mir eine interessante Situation aufgefallen. Einige von Ihnen werden sich sicherlich noch erinnern, dass die Aktie von Wirecard (WKN: 747206) Anfang letzten Jahres von Hedgefonds angegriffen wurde. Nach einem Bericht des eher unbekannten Analysehauses Zatarra Research, brach der Aktienkurs der Wirecard deutlich ein. Es dauerte danach einige Zeit, um das Vertrauen der Aktionäre zurückzugewinnen. In diesem Artikel stelle ich Ihnen eine Analogie zwischen Wirecard und Stroeer (WKN: 749399) dar. Doch beginnen wir am Anfang.

 

Wirecard – Zatarra Research bringt Aktie zu Fall

Im Jahr 2016 kam es wie oben bereits angedeutet zu einem Bericht von Zatarra Research, der die Aktie von Wirecard ordentlich durchschüttelte. Direkt nach einem markanten Top in der Aktie (grüner Pfeil) sackte die Aktie in die Tiefe (roter Pfeil). Es dauerte daraufhin einige Zeit, bis der Kurs sich erholen konnte und das alte Top ansteuerte. Nach einem kurzen Rücksetzer folgte dann ein extremer Bullenmarkt für die Wirecard Aktie, der diese zuletzt auf ein neues Rekordhoch getrieben hat.

Wirecard und Stroeer
Wirecard im Chartbild – Rekordhoch!

Wie lehrbuchhaft der Chart aussieht, zeigt auch unser EISS Algorithmus zu Wirecard auf.

Muddy Waters greift Stroeer an

Wenn wir uns nun den Chart von der Stroeer Aktie ansehen, erkennen wir deutliche Ähnlichkeiten. Auch hier kam der Angriff des Hedgefonds Muddy Waters direkt nach einem markanten Top. Außerdem fiel die Aktie ähnlich der Aktie von Wirecard deutlich zurück. Nach einer Phase der Bodenbildung steuert nun auch Stroeer in Richtung alte bzw. neue Hochs. Damit könnte die aktuelle Situation bei Stroeer der Phase von Wirecard ähneln.

Wirecard und Stroeer
Stroeer im Chartbild

Gemeinsamkeiten zwischen Wirecard und Stroeer

Die auffallendste Gemeinsamkeit ist sicherlich der Chart. Dieser spiegelt vor allem die psychologische Haltung der Marktteilnehmer wieder. Auch Stroeer ringt um das Vertrauen der Anlager. Das Management versucht die Aktionäre zurückzugewinnen und Sicherheit auszustrahlen. Dieser Umstand könnte den Aktienkurs analog zu Wirecard deutlich in die Höhe schrauben. Immerhin sind aktuell laut Bundesanzeiger 3 Marktteilnehmer Short in der Aktie von Stroeer. Dadurch entsteht eine ordentliche Eindeckungsphantasie. Doch hier enden die Gemeinsamkeiten.

 

Unterschiede zwischen der Wirecard- und Stroeer-Spekulation

Allerdings gibt es bei Stroeer aktuell auch Warnzeichen. So konnte man in einer Pflichtmitteilung lesen, dass der Vorstand Udo Müller die Aktien, die er aus einem Aktienoptionsprogramm erhalten hat, interessewahrend für Kurse von mindestens 61,28 Euro verkaufen will. Natürlich ist eine Aktienoption eine Art Gehaltsbestandteil. So kann man dem Vorstand nicht vorwerfen, dass er diesen Bestandteil auch realisieren will. Doch es geht noch weiter.

Auch Tina Ströer hat Meldungen zu Folge ein Aktienpaket verkauft. Dieses besaß einen Umfang von circa 1,5 Millionen Euro. Diese Transaktion für sich genommen ist nicht ungewöhnlich.

Zusätzlich zu diesen oben genannten Transaktionen, meldete der Bundesanzeiger am 21.11.2017 den Aufbau von einer 0,5% Shortquote des Grundkapitals durch Parvus Asset Management Europe Limited. Auch diese Transaktion für sich genommen ist nicht ungewöhnlich.

Wenn ich alle drei Transaktionen zusammen bewerten sollte, dann ergibt sich aber ein leichter Beigeschmack. Rein charttechnisch könnte ein Durchbruch durch die alte Top-Zone ein sehr hohes Potenzial freisetzen. Etwas gebremst könnte der Anstieg durch den Abverkauf von dem Müller-Aktienpaket werden, aber der Weg wäre frei.

 

Schlussfolgerung für Ihr Trading

Ohne die zuletzt dargestellten Unterschiede zu Wirecard und Stroeer, wäre ich mit einem guten Gefühl Long in Stroeer gegangen, um diese Situation, die ich erkennen kann, zu nutzen. Allerdings sind am Ende doch zu viele Fragezeichen aufgetaucht. Die einzige sinnvolle Variante die sich mir erschließt, wäre eventuell ein sogenannter Long Straddle. Dabei kauft der Trader sowohl Calls wie auch Puts. Damit setzt er nicht auf eine Richtung, sondern auf eine deutliche Richtungsänderung, in welche Richtung auch immer. Dieser Ansatz wäre aus den gegebenen Rahmendaten durchaus zu vertreten. Denn nur eines kann ich mir aktuell schwer vorstellen in der Aktie von Stroeer – lange Weile.

Bis zum nächsten Mal sagt

deepinsidehps

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