Was ist der Maximum Drawdown beim Trading?

Der Maximum Drawdown ist eine häufig genutzte Kennzahl in der Finanzwelt – insbesondere beim CFD- und Börsenhandel. Was man alles an ihm ablesen kann, wird dieser Artikel genauer erklären.

 

Der Klassischer Drawdownbegriff

 

Der Begriff Drawdown ist eine Kennziffer, die in der Bewertung von Finanzinstrumenten oder im Social Trading bei Top Tradern große Beachtung findet. Das Risiko eines Investments oder eines Top Traders im Social Trading läßt sich über diese Kennzahl leicht ablesen, da sie die Wertschwankung über eine definierte Periode angibt.

An dieser Stelle und um die weiteren Ausführungen besser nachvollziehen zu können, schauen wir auf die Definition des Begriffs „Drawdown“: Der ursprüngliche Begriff Maximum Drawdown bedeutet die relative Verlustphase eines Finanzinstruments anhand seiner historischen Kursentwicklung. Dabei gilt: Je kürzer die Periode, desto aussagekräftiger ist der Wert.

 

Dabei bedeutet das berechnete Ergebnis nicht, daß das Investment gefallen ist und absolut an Wert verloren hat. Der Maximum Drawdawn gibt lediglich an, wie hoch der höchste, prozentuale Verlust von einem bestimmten Ausgangskurs war.

 

Als Beispiel kann der derzeitge und nicht endende Höhenflug des DAX angeführt werden, der mit seinem Stand von fast 13.000 Punkten am 20.06.2017 sein vorläufiges All-Time-High markierte. In den folgenden beiden Monaten fiel der DAX auf bis 11.867 Punkten (29.08.2017), was einem Rückgang um 1.133 Punkten oder ca. 9%. Wäre dieser Rückgang über einen längeren Zeitraum erfolgt, könnte ein Drawdown von 9% als ein positiver Wert angesehen werden. Innerhalb von gut zwei Monaten ist ein solcher Rückgang dramatischer zu betrachten.

 

Abgrenzung der existierenden Drawdownbegriffe im Trading

 

Beim Trading existieren drei Drawdownbegriffe, die Sie richtig interpretieren müssen, um beispielsweise beim Social Trading das Handeln eines Traders bewerten zu können. Insbesondere im Bereich des gehebelten Handels kommen drei Drawdownbegriffe vor, die alle immer in Bezug auf das Tradingkapital zu sehen sind und angeben, wie sich das eingesetzte Kapital im Verlauf des Trades entwickelt hat:

Der Absolute Drawdown, der Relative Drawdown und der Maximum Drawdown.

 

Absoluter Drawdown

 

Der Absolute Drawdown ist der Wert des größten Verlustes bezogen auf die Einzahlung. Zur Veranschaulichung, folgendes Beispiel: Angenommen Sie haben ein Handelskonto mit 10.000 Euro kapitalisiert. Fällt das Konto nun auf 8.000 EUR beträgt der Wert des Absoluten Drawdowns 2.000.

 

Steigt das Handelskonto anschließend nun wieder auf 20.000 EUR und fällt dann wieder auf 15.000 EUR bleibt der Wert des Absoluten Drawdowns bei 2.000. Der Absolute Drawdown berechnet sich immer in Bezug auf das Einlagekapital. Er beschreibt also den größten Abstand nach unten zwischen dem jemals erreichten Tiefstwert des Kapitals und der ursprünglichen Einlage. Auch hier gilt, daß der angegebene Wert nicht einen tatsächlichen Verlust angibt, sondern nur einen potentiellen Verlust, wenn die Position zu diesem, ungünstigen Zeitpunkt geschlossen worden wäre.

 

 

 

Absoluter, Relativer und Maximaler Drawdown eines Backtests.

Maximum Drawdown

 

Der Maximum Drawdown ist der größte Verlust auf dem Handelskonto und nicht nur bezogen auf das Einlagekapital. Er gibt über die gesamte Tradinghistorie den höchsten Drawdown im Kapital an. Um unser Beispiel weiter zu strapazieren, nehmen wir wieder an, Sie haben Ihr Handelskonto mit 10.000 EUR kapitalisiert. Das Konto fällt auf 8.000 EUR, steigt dann auf 20.000 EUR und erreicht danach einen Stand von 15.000 EUR. Der Maximum Drawdown beträgt 5.000 EUR, da dies der höchste Rückgang des Handelskontos in der betrachteten Tradinghistorie ist.

Allerdings sind 5.000 Euro je nach Tradingkapital unterschiedlich zu interpretieren. An dieser Stelle kommt nun der Relative Drawdown ins Spiel.

 

Relativer Drawdown

 

Der Relative Drawdown ist der Quotient zwischen dem Maximum Drawdown und dem korrespondierenden Hoch des Tradingkapitals.

Sehen wir uns wiederum das Beispiel an: Sie haben 10.000 Euro auf Ihr Handelskonto und damit verschiedene Trades erfolgreich abgeschloßen. Sagen wir, Sie haben Ihr Konto mit einigen, wenigen Trades auf 20.000 Euro verdoppelt. Die 20.000 stellen einen Höchstwert Ihres Kapitals dar, auch Peak genannt.

Nun verläßt Sie das Glück und Ihr nächster Trade verläuft weniger erfolgreich. Sie realisieren einen Verlust von 5.000 Euro. Diese 5.000 Euro werden zu dem korrespondierenden Hoch von 20.000 Euro ins Verhältnis gesetzt. Der Relative Drawdown beträgt also 25 Prozent.

Der Zeitwert 15.000 Euro wird in diesem Zusammenhang als Valley bezeichnet. Auch wenn Sie einen verhältnismäßig hohen Drawdown erreicht haben, unterschritt Ihr Handelskonto nie die ursprüngliche Einlage von 10.000 EUR.

Anhand des Relativen Drawdowns können Sie das Risikoverhalten im Trading ablesen. Auch wenn Ihre ersten Trades sehr erfolgreich verlaufen sind und Sie das Kapital verdoppelt haben, haben Sie schnell einen hohen Drawdown erreicht. Vielleicht sind Sie zum Erwirtschaften der Gewinne viel zu hohe Risiken eingegangen? Ein niedriger Relative Drawdown spricht für ein großes Risikobewußtsein des Traders und eine gute Absicherung der Positionen.

 

Ich hoffe diese Ausführungen ermöglichen Ihnen zukünftig besser mit dem Begriff Maximum Drawdown umzugehen. Schauen Sie gern wieder vorbei.

 

Ihr Andreas Cara von DAX-Raptor.

Andreas Cara

Andreas Cara ist ein passionierter Unternehmer, Finanz-Freak und Gründer von NavigatorFX.com - dabei liegt sein Fokus seit 15 Jahren auf Finanzen und Technologie. Er bevorzugt im Trading Devisen und CFD's. Andreas Cara hat ein tiefes Verständnis von der Metatrader Programmiersprache MQL und erstellt automatisierte Handelssysteme, wie den DAX-Raptor, für die Handelsplattform Metatrader 4.

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