BRICS Summit 2017 Der Übersehene Gipfel

Der Begriff BRIC (Brazil, Russia, India & China)wurde Ende 2001 das erste Mal von Jim O´Neill, Chefvolkswirt von Goldman Sachs, in diversen Veröffentlichungen verwendet. Im Jahr 2011 wurde Südafrika in den Kreis aufgenommen und aus dem Kürzel BRIC wurde BRICS. Die in dem Kürzel zusammengefassten Staaten stellen mittlerweile 42% der Weltbevölkerung und 22% der Weltwirtschaftsleistung. Darüber hinaus verfügen sie über 13,24% der Stimmrechte innerhalb der Weltbank und einen Anteil von 14,91% am IWF.

Die BRICS treffen sich seit 2009 Jahr für Jahr um ihre Interessen untereinander abzustimmen und die weiteren Schritte auf dem Weg hin zu einer sehr engen Kooperation unter der Schützenden Hand Chinas vorzubereiten und zu beschließen.

Die Geschichte der BRICS Gipfel

Seit 2009 wird jedes Jahr ein Treffen abgehalten dessen Schwerpunkte sich mit der Zeit entwickelt haben. In den Anfangsjahren wurde viel über eine Vertiefung der Zusammenarbeit und dem Mangel an Einfluss innerhalb der Supranationalen Institutionen, wie z.B. die Weltbank oder des Internationale Währungsfonds, beraten. In den folgenden Jahren wurde die Zusammenarbeit zwischen den Staaten in den Bereichen Technologie, Energie, Wissenschaft und Finanzen verbessert und einige wichtige Dinge angestoßen.

Eine wichtige Entwicklung, die mit der mangelnden Einflussnahme in den Supranationalen Institutionen direkt zusammenhängt, ist die New Development Bank. Die Planung zur Gründung der NDB nahm ihren Anfang auf dem 2012er Gipfel in New Delhi. Zusätzlich kam es zu Beratungen, wie das Risiko einer neuen Finanzkrise begegnet werden könnte. Ein Jahr darauf wurde beschlossen die NDB umzusetzen und das Contingent Reserve Arrangement wurde Vorbereitet.

Im Jahr 2014 war es dann soweit und der Vertrag für das CRA trat in Kraft. Zusätzlich wurde die Gründung der NDB beschlossen, die im folgenden Jahr am 21ten Juli 2015 in Shanghai ihre Arbeit aufnahm. Die NDB in Verbindung mit dem CRA ist als direkter Konkurrent zur Weltbank und dem IWF zu sehen.

Doch nicht nur die Zusammenarbeit untereinander wurde verstärkt und mithilfe von neuen Institutionen besiegelt, sondern die Einflusssphäre wurde in der Zeit ausgebreitet. Die Führer der BRICS Staaten trafen sich im Jahr 2013 mit den Afrikanischen Staatschefs beim parallel gehaltenen Africa Dialogue Forum, im Jahr 2014 kam es zu Treffen mit den Südamerikanischen Staats- und Regierungschefs. Diese Ausweitung und Inkludierung von neuen Regionen und Staaten wurde auch im Jahr 2015 beibehalten bei dem es zu ausgedehnten Treffen zwischen den Vertretern der BRICS, der Eurasischen Wirtschaftsunion (EEU), der Shanghai Coorporation Organization und den Ländern mit Beobachter Status kam.

Diese Zusammenarbeit und Ausdehnung des Einflussbereichs wird unteranderem durch die One Road One Belt Initiative und durch die Asia Infrastructure Investment Bank flankiert. Diese beiden Projekte sind vom Hegemon China selbst angestoßen worden, um die eigenen Interessen am freien Handel, der Sicherung der Transportrouten, etc. zu unterstützen.

Das besondere ist, dass die AIIB für jeden Interessierten Staat offen ist. Deutschland ist zum Beispiel eines der 57 Gründungsmitglieder. Über die AIIB hatte ich zuvor immer wieder Berichtet und möchte Sie hier an dieser Stelle nicht zu sehr langweilen.

Artikel, auf Trading-Treff in denen es bisher um China, die Region Südostasien und die AIIB ging:

Die Vergessenen

Der Riesenbasar

Südost Asien die Region wächst

Kommen die BRICS aus ihrer Charttechnischen Versenkung heraus?

Der Westen unterschätzt die Entwicklung

Die Bedeutung der angesprochenen Staaten sollte nun deutlich sein, sodass man fragen kann, wieso es kaum zu einer ernsthaften Berichterstattung in den Medien über den letzten Gipfel gegeben hat?

Ich denke das es daran liegt, dass unsere Eliten weiterhin glauben, dass der Westen der Nabel der Welt ist und der Rest nur eine Nebensächlichkeit darstellt. Quasi ein niedlicher Versuch die Weltordnung verändern zu wollen.

Die bestimmende Macht wird in Zukunft von den BRICS ausgehen, insbesondere von China. China selbst verfolgt sehr ambitionierte Pläne, nicht nur mit dem Ausbau der Infrastruktur mittels OBOR oder der AIIB, sondern auch im Inneren beim Umbau der eigenen Wirtschaft. Hierbei setzen sie sehr viel Energie ein, um sich vom Massenhersteller, hin zu Qualität und Dienstleistungen zu entwickeln. Der Plan heißt Made in China 2025, ab dem Zeitpunkt soll Made in China als Qualitätssiegel gelten und nicht mehr für billigen Ramsch stehen.

Im Gegensatz dazu hört man leider viel zu oft, warum China scheitern wird, wobei es dann immer um die Verschuldung geht. Dieses Lied hört man nun seit mehr als 10 Jahren und es kam bisher nicht zu dem Prophezeiten Untergang.

iShares BRIC 50 ETF den Ausbruch fest im Blick

IQQ9 Bar Monats Chart: Erster Schritt hin zum Ausbruch wurde unternommen
IQQ9 Bar Monats Chart: Erster Schritt hin zum Ausbruch wurde unternommen

Sollte es der Markt schaffen oberhalb der horizontalen Linie den Monat zu beenden, kann man davon ausgehen, dass der Ausbruch gelingen wird. Das liegt unteranderem daran, dass im Point and Figure Quartals Chart bereits ein Kaufsignal vorliegt. Die letzte Hürde, die es dann zu meistern gilt ist das 2015er Hoch, darüber gilt: Sky is the Limit!

Ein ähnliches Bild ist im iShares China Large Cap ETF zu beobachten. Dort dauert es bis zum Ausbruch noch einige Zeit, doch ist es Sinnvoll sich schon jetzt damit zu befassen, um an der zukünftigen Entwicklung teilhaben zu können.

Diese ganzen Entwicklungen sollten bei uns mehr Beachtung finden und es wird Zeit, dass sich die Politik damit beschäftigt wo Deutschland innerhalb Europas und Europa innerhalb der Welt stehen soll. Wie die Ziele erreicht werden können und die Herausforderungen der Digitalisierung, die nicht minder schwerer wiegen als die Elektrifizierung der Industrie am Anfang des 20ten Jahrhunderts. Bisher dreht sich bei uns in Europa alles um eine Vergangenheitsbewältigung und Scheingefechte, ohne ein ernsthaftes Fünkchen Interesse daran zu zeigen, die zukünftigen Entwicklungen mit steuern zu wollen.

Nur der Status Quo soll gehalten werden aufgrund der Demographischen Kurve, wie auch der Kultismus um die Schwarze Null, der jeglicher Rationalität entbehrt, solang die Infrastruktur, Schulen und Universitäten nicht ausgebaut, erneuert und modernisiert sind.

Weitere Analysen finden Sie an dieser Stelle.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen unserer Seite und ein erfolgreiches Investieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr ORBP

 

 

ORBP

ORBP ist ein Spezialist im Währungshandel, exotischen Wertpapieren und Konjunkturanalysen. Das große Bild ist hierbei maßgeblich und wird objektiv unter die Lupe genommen. Verfolgen Sie ORBP erhalten Sie einen neuen Blick auf die Zusammenhänge der Weltmärkte.

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