Altersvorsorge Realitätscheck – Wie viel brauchen wir wirklich?

Die Altersvorsorge ist angesichts des demografischen Wandels eines der Megathemen unserer Zeit. Welche Rolle die gesetzliche Rente für die aktuell junge Generation spielen wird, lässt sich nicht bis ins letzte kalkulieren. Klar ist nur: Eigeninitiative und Eigenvorsorge sind gefragt. Bleibt jedoch die Frage: Wieviel ist genug? Im Altersvorsorge Realitätscheck gehen wir dieser Frage für Sie nach. Die Lesedauer beträgt 4 Minuten.

Altersvorsorge Realitätscheck – Anspruch und Realität

Eine Antwort auf die Frage nach dem Maß der Vorsorge geben die Zahlen der aktuellen Rentner. Interessante Zahlen dazu liefert die „Schroders Global Investor Study 2017„. Die Umfrage unter mehr als 22.000 Investoren in 30 Ländern hat ergeben, dass Anleger auf der ganzen Welt nicht ausreichend fürs Alter vorsorgen. Diejenigen, die den Ruhestand noch vor sich haben, sparen 11,4 Prozent ihres Jahreseinkommens. Sie glauben aber, dass sie 13,7 Prozent auf die Seite legen sollten. Im Durchschnitt wünschen sich weltweit 66 Prozent der im Ruhestand befindlichen Anleger, sie hätten mehr gespart. Davon denken 22 Prozent, sie hätten wesentlich mehr zurücklegen sollen. Dieser Trend ist in allen Ländern, in denen die Umfrage durchgeführt wurde, weit verbreitet, ganz besonders in Asien.

LandProzentsatzLandProzentsatz
Südkorea100 %*Australien73 %
Thailand98 %USA68 %
Hongkong95 %Italien59 %
Taiwan95 %Portugal59 %
China94 %Belgien59 %
Indonesien93 %Kanada58 %
Indien92 %Schweiz56 %
Chile89 %Dänemark51 %
Russland88 %*Schweden50 %
Singapur86 %Frankreich50 %
Südafrika85 %Niederlande46 %
Polen81 %Österreich44 %
Brasilien78 %Deutschland43 %
Spanien76 %Großbritannien42 %
Japan76 %

*Geringe Basisgröße (n<30) für Russland und Südkorea, daher eingeschränkte Vergleichbarkeit.

Tabelle 1: Die Tabelle zeigt, wie viel Prozent der im Ruhestand befindlichen Anleger in den einzelnen Ländern wünschen, sie hätten mehr für den Ruhestand gespart.

Die Ergebnisse überraschen nicht, denn laut der Umfrage meinen Anleger, nicht genug zu sparen. Im Durchschnitt legen Anleger, die den Ruhestand noch vor sich haben, 11,4 Prozent ihres Einkommens auf die Seite. In Europa sind es 9,9 Prozent, in Asien 13,0 Prozent und in Nord- und Südamerika 12,5 Prozent. Allerdings glauben Anleger, dass sie durchschnittlich 13,7 Prozent sparen sollten, um im Ruhestand angenehm leben zu können. In Europa liegt der Wert bei 12,0 Prozent, in Asien bei 15,3 Prozent und in Nord- und Südamerika bei 15,0 Prozent. Das wirft die Frage auf, wie sie diese Lücke schließen werden.

Die Deutschen und ihre Altersvorsorge

Schaut man auf die Rentner in spe hierzulande, stößt man auf folgende Zahlen: Deutsche Anleger, die sich noch nicht im Ruhestand befinden, sparen durchschnittlich sogar nur 10,5 Prozent ihres Einkommens. Damit liegen sie unterhalb des weltweiten Durchschnitts. Um später auskömmlich leben zu können, glauben deutsche Investoren, 12,0 Prozent zur Seite legen zu sollen. Gleichzeitig rechnen jedoch 71 Prozent damit, dass ihre Ruhestandsbezüge dennoch für ein angenehmes Leben im Alter ausreichen werden. Von denjenigen deutschen Anlegern, die sich bereits im Ruhestand befinden, geben 80 Prozent an, dass ihre Bezüge für einen angemessenen Lebensstandard ausreichen. Demzufolge wünschen sich mit 43 Prozent weniger als die Hälfte dieser Befragten, sie hätten zuvor mehr angespart, darunter lediglich 10 Prozent, die sie wünschen, sie hätten wesentlich mehr zurückgelegt.

Altersvorsorge Realitätscheck
Wieviel wird für die Altersvorsorge gespart?

Grafik 1: In der Grafik ist dargestellt, welchen Prozentsatz ihres Jahreseinkommens Anleger, die den Ruhestand noch vor sich haben, in den einzelnen Ländern fürs Alter sparen beziehungsweise ihrer Meinung nach sparen sollten.

Eine Möglichkeit, mehr zu sparen, besteht darin, länger zu arbeiten, und die noch nicht im Ruhestand befindlichen Anleger sind sich dessen anscheinend bewusst. Auf die Frage, in welchem Alter sie in den Ruhestand gehen wollen und in welchem Alter sie realistischerweise erwarten, sich zur Ruhe setzen zu können, antworteten diese weltweiten Umfrageteilnehmer im Durchschnitt mit 60,2 bzw. 63,0 Jahren.

 

Altersvorsorge Realitätscheck – Anspruch und Wirklichkeit liegen weit auseinander

Deutsche Anleger, die noch nicht im Ruhestand sind, möchten durchschnittlich mit 61,3 Jahren in Ruhestand gehen, erwarten dies jedoch realistisch betrachtet erst mit 64,8 Jahren, was eine deutlich größere Differenz verglichen mit dem globalen Mittel bedeutet.

In der Realität ist der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Altersvorsorge eklatant. Sparer, die sich angesichts der unterschiedlichen Wünsche an ihre Altersvorsorge immer noch mit klassischen Vorsorgeprodukten oder der gesetzlichen Rente begnügen, dürften früher oder später entsetzt aufwachen. Doch mit dem Sachwert Aktie würde die Enttäuschung ausbleiben. Aktien sind nachweislich die beste Möglichkeit, um den persönlichen Vermögensaufbau voran zu bringen. Da sollte auch niemand lange überlegen. Ein paar Anregungen finden Sie dazu in unserer Rubrik Aktien.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

Marc Schmidt

Marc Schmidt gründete im Jahr 2008 zusammen mit Christoph Scherbaum dieboersenblogger.de - einen der inzwischen ältesten und meist prämierten Börsenblogs im deutschsprachigen Raum. Die Seite ist nicht nur etwas für Trader, sondern auch für Anleger mit langfristigem Zeithorizont. Die Förderung der Aktienkultur und der langfristige Vermögensaufbau mit Aktien sind den Autoren ein Kernanliegen.

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